Erdbeben : Ministerin spricht von mehr als 1000 Toten

Häuser in Schutt, unpassierbare Straßen – viele Menschen im Erdbebengebiet von Sumatra sind von Hilfe abgeschnitten. Ein weiteres schweres Beben erschütterte die Region.

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Helfer kommunizieren mit Verschütteten in einem eingestürzten Hotel in Padang.Foto: AFP

JakartaDie indonesische Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari rechnet nach dem schweren Erdbeben vor Sumatra mit mehr als 1000 Todesopfern. Die Schäden könnten noch schlimmer sein als in Yogyakarta, wo durch ein Beben 2006 mehrere Tausend Menschen starben, sagte sie Reportern. Damals waren 150.000 Häuser zusammengebrochen.

Bei der Katastrophenbehörde in der Region Padang auf Sumatra war am Donnerstagmorgen von fast 500 Toten die Rede. Helfer vermuteten noch Tausende Menschen unter den Trümmern. Die Regierung schickte zwei Transportflugzeuge mit Zelten, Medikamenten und Nahrungsmitteln in die besonders betroffene Großstadt Padang. Unterwegs sind auch Vertreter zahlreicher Hilfsorganisationen. Viele Zufahrtsstraßen zu der Region sind durch Erdrutsche verschüttet.

Erdbeben in Indonesien
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01.10.2009 13:55Indonesische Polizisten suchen in den Trümmern eines Gebäudes in der Metropole Padang auf Sumatra nach Überlebenden. Innerhalb von...


Das Beben mit einer Stärke zwischen 7,6 und 7,9 hatte vor allem die Bezirke Padang Pariaman und Sungai Giringging durchrüttelt, wo Hunderte Häuser eingestürzt sein sollen, darunter das größte Krankenhaus in der besonders stark betroffenen Küstenstadt Padang. Am örtlichen Flughafen der 900.000-Einwohner-Stadt brach einem Fernsehbericht zufolge das Dach zusammen und begrub zahlreiche Reisende. Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch immer unklar. Der Erdstoß war auch in der Hauptstadt Jakarta zu spüren, ebenso in Singapur und Malaysia. Das Epizentrum lag rund 50 Kilometer nordwestlich von Padang vor der Westküste von Sumatra.

Viele Zufahrtsstraßen zu der Stadt mit 900.000 Einwohnern waren nach dem Erdbeben von Erdrutschen zugeschüttet und unpassierbar, berichteten lokale Rettungsdienste. Die Telefonverbindungen waren zum Teil unterbrochen. Der Flughafen öffnete am Donnerstag wieder. Die anfangs befürchtete Tsunami-Flutwelle blieb aus.

Ein zweites Beben der Stärke 7 erschütterte Sumatra am Donnerstagmorgen in einer geringen Tiefe von 24 Kilometern 240 Kilometer südlich von Padang. Aus der näher daran gelegenen Provinz Jambi wurden zunächst keine Schäden gemeldet.

Vor Sumatra ereignete sich auch das Beben Weihnachten 2004, das den verheerenden Tsunami mit 230.000 Toten rund um den Indischen Ozean auslöste.

Südostasien war in den letzten Tagen von mehreren Katastrophen betroffen. Wenige Stunden vor dem beben auf Sumatra hatte nach einem Seebeben ein Tsunami Teile der weiter westlich gelegenen Samoa-Inseln überrollt. Auf den Philippinen und in Vietnam hatte am Wochenende bereits ein Tropensturm gewütet.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa 

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