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Erdbeben : Tsunami-Wellen im Pazifik niedriger als befürchtet

Nach dem schwersten Erdbeben in Kanada seit mehr als 60 Jahren haben sich zehntausende Bewohner Hawaiis in höhergelegene Gebiete geflüchtet. Bislang liegen die Wellen des Tsunami deutlich unter den Voraussagen.

Die Tsunami-Wellen nach dem schweren Pazifik-Beben in der Nacht auf Sonntag sind auf Hawaii, in Kalifornien und Kanada weit niedriger ausgefallen als befürchtet. Das teilte das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum mit. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Eine Welle mit 57 Zentimetern wurde am späten Samstagabend (Ortszeit) von Kahului auf der Hawaii-Insel Maui gemessen. An anderen Stränden der Insel Big Island erreichten die Wellen eine Höhe zwischen 16 und 43 Zentimeter.

Das Kanadische Institut für Meereswissenschaften hatte kurz nach dem Beben der Stärke 7,7 an den Stränden der Haida-Gwaii-Inseln, nahe dem Epizentrum, Wellen bis zu einer Höhe von 69 Zentimetern ermittelt. Einige Gebiete der vor allem von Ureinwohnern besiedelten Inseln wurden evakuiert. Berichte über Opfer oder auch größere Sachschäden gab es zunächst nicht. „Es sieht so aus, als seien sowohl die Auswirkungen als auch die Gefahren sehr gering geblieben“, sagte Shirley Bond, die für den Notstand in der kanadischen Provinz British Columbia zuständige Ministerin, dem Sender CBC.

Auf der Flucht vor der befürchteten Welle haben Menschen in der hawaiianischen Hauptstadt Hololulu ein Verkehrschaos verursacht. Bürgermeister Peter Carlisle rief im US-Sender CNN alle Bürger der Inselkette auf, ihre Autos zu verlassen. „Wenn möglich, suchen Sie sich ein Gebäude und steigen in die höheren Stockwerke“, appellierte Carlisle. Die Situation sei „sehr, sehr gefährlich.“ Rund 80.000 Menschen seien von der Evakuierungszone der Insel Oahu betroffen.

Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum hatte eine Tsunamiwelle von ein bis zwei Metern für die Inselkette angekündigt. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Erdbeben der Stärke 7,7 am Samstagabend (Ortszeit) auf den vor der Westküste Kanadas gelegenen Queen Charlotte Islands (Haida Gwaii) in einer Tiefe von etwa fünf Kilometern. Sein Zentrum lag 155 Kilometer südlich von Masset in British Columbia. Das Beben war in weiten Teilen von British Columbia zu spüren. „Alles hat sich bewegt. Es war verrückt“, sagte eine Bewohnerin der Ortschaft Prince Rupert, Grainne Barthe. „Ich habe schon vorher Erdbeben gespürt, aber das war bisher das Stärkste.“ Wenige Minuten später folgte ein Nachbeben der Stärke 5,8.

Das Erdbeben vom Samstag war in Kanada das stärkste seit dem 22. August 1949 gewesen. Damals hatte sich nach Regierungsangaben ein Beben der Stärke 8,1 vor der Küste von British Columbia ereignet. (dpa)

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