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Ermittlungen in Newtown gehen weiter : Polizei: Adam Lanza hatte noch eine vierte Waffe dabei

16.12.2012 20:28 Uhrvon
17.12. Am Montag werden die ersten Opfer des Amoklaufs zu Grabe getragen - zwei sechsjährige Jungen. Foto: AFPBilder
17.12. Am Montag werden die ersten Opfer des Amoklaufs zu Grabe getragen - zwei sechsjährige Jungen. - Foto: AFP

UpdateDas Schulmassaker von Newtown hat die USA schwer erschüttert. Präsident Obama will sich noch am Sonntag mit den Angehörigen der Opfer treffen. Wenige Stunden vor seiner Ankunft gibt es noch einmal große Aufregung wegen eines angeblichen Drohanrufs.

Gebete, Trauer, Entsetzen - und viele offene Fragen: Die Hintergründe des Schulmassakers mit 27 Toten in den USA liegen auch Tage nach dem Blutbad noch im Dunkeln. Die Polizei räumte am Sonntag ein, dass sie die Motive des 20-jährigen Amokläufers noch nicht kennt. Die Ermittlungen der Behörden gehen nur schleppend voran. „Es gibt noch viele Zeugen, die befragt werden müssen“, sagte Polizeioffizier Paul Vance am Sonntag. Zugleich sprach er von einer vierten Schusswaffe. Der Attentäter habe nicht nur ein Sturmgewehr und zwei Pistolen gehabt. Im Auto sei auch noch ein Schrotgewehr gefunden worden. Genaue Angaben zum konkreten Tathergang könne er noch nicht machen.

Ausdrücklich fügte Vance hinzu: „Wir werden nicht sagen, bis wann wir die Ermittlungen abgeschlossen haben.“ Eindringlich warnte er vor Falschinformationen in sozialen Netzwerken. „Wer in unserem Namen Informationen verbreitet, macht sich strafbar. Wir werden das verfolgen.“ Erstmals bestätigte die Polizei von Connecticut die Identität des Attentäters, Adam Lanza. Der Name des Täters war schon einige Stunden nach dem Amoklauf am Freitag bekannt geworden.

Zusätzliche Aufregung verursachte am Sonntag die Räumung einer vollbesetzten Kirche in Newtown wenige Stunde vor der Ankunft von Präsident Barack Obama. Obama wollte am Abend bei einer Trauerfeier in Newtown sprechen und (01.00 Uhr MEZ) Eltern der erschossenen Grundschüler treffen. Die Polizei betätigte einen Drohanruf. Ein Sondereinsatzkommando rückte mit einem Spezialfahrzeug an. Nach etwa einer halben Stunde verließen die Spezialisten die Kirche wieder. Das Gelände, rund einen Kilometer vom Tatort entfernt, blieb von der Polizei abgesperrt. In der Kirche sind in dieser Woche Trauerfeiern für mehrere Opfer geplant.

Quer durch die USA wehen an diesem Sonntag die Flaggen auf Halbmast: Auf dem Weißen Haus, ebenso am Capitol und den anderen Regierungsgebäuden in der Hauptstadt. Amerika betrauert seine Toten. Die Medien bemühen sich erkennbar darum, nicht den Täter in den Mittelpunkt zu stellen, sondern den Opfern ein Gesicht zu geben und die Erinnerung an ihre Leben wachzuhalten. Die „New York Times“ und andere Blätter druckten auf der Titelseite einen schwarzen Kasten mit den Namen und den Altersangaben der Erschossenen in kursiver weißer Schrift. Die „Washington Post“ schilderte auf einer Seite die Lebenswege von sechs Opfern, darunter den des sechsjährigen Noah Pozner. „Ein warmherziger Irrwisch“ sei er gewesen, der sich für technische Details interessierte, zum Beispiel, welche Höchsttemperatur ein Toaster erreichen könne. Seine Zwillingsschwester Arielle überlebte, weil die Schulleitung sie in eine andere Klasse eingeteilt hatte.

Der Schock und das Entsetzen sind noch einmal gewachsen, seit der Obduktionsbericht bekannt geworden ist. Alle 20 Kinder waren Erstklässler und erst sechs oder sieben Jahre alt. Der Täter hat ihre kleinen Körper mit Kugeln durchsiebt. Viele Millionen Eltern fühlen mit den Väter und Müttern dieser Kinder. Auch sie bekommen in Zeitungen und auf Fernsehsendern ein Gesicht. Robbie Parker, der Vater der sechsjährigen Emilie, erzählte auf einer Pressekonferenz unter Tränen, wie gerne seine blonde Tochter gemalt habe.

Präsident Barack Obama hatte in seiner Ansprache am Nachmittag des Massakers den Ton gesetzt. „Es gibt in Amerika nicht einen Vater oder eine Mutter, die nicht die gleiche überwältigende Trauer fühlen, wie ich es tue. Die Mehrzahl derer, die heute gestorben sind, waren Kinder – wunderschöne kleine Kinder. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich – Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, ihre eigenen Kinder.“

Am Sonntag Nachmittag flog der Präsident nach Newtown, Connecticut, um sich mit Familien der Opfer zu treffen sowie mit Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften, die erste Hilfe geleistet hatten. Um 19 Uhr Ortszeit wollte Obama bei einer Trauerfeier eine Ansprache halten. In Washington wurde erwartet, dass auch er die Opfer in den Mittelpunkt stellen werde und die langsam aufkeimende Debatte, ob die Waffengesetze in den USA verschärft werden sollen, nur am Rande ansprechen werde, wenn überhaupt. So hatte er das auch bei den Trauerfeiern für die Opfer des Kinomassakers im Juli 2012 in Aurora, Colorado, sowie für die Toten der Schießerei bei einer Wählerversammlung der Abgeordneten Gabby Giffords in Tucson, Arizona, im Januar 2011 gehalten.

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