• Ermittlungen: Mädchen aus Paderborn vermisst - erste Spur führt ins Sauerland

Ermittlungen : Mädchen aus Paderborn vermisst - erste Spur führt ins Sauerland

Die Polizei sucht seit Montag nach einer vermissten Achtjährigen aus Paderborn. Am 60 Kilometer entfernten Möhnesee wurde die Kleidung des Mädchens gefunden. Die Polizei schließt ein Kapitalverbrechen nicht aus.

Vermisste aus Paderborn
Achtjähriges Mädchen aus Paderborn vermisst: Erste Spur führt ins Sauerland. -Foto: dpa

Möhnesee/PaderbornNach dem Verschwinden der achtjährigen Kardelen aus Paderborn verdichten sich die Hinweise, dass dem Kind etwas zugestoßen ist. Am etwa 60 Kilometer entfernten Möhnesee im Sauerland wurden am Mittwoch mehrere Kleidungsstücke des Kindes gefunden. Die Eltern identifizierten Teile der gefundenen Kleidung. Das achtjährige Mädchen war am Montagnachmittag vom Spielen nicht heimgekommen und wird seitdem vermisst. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei Bielefeld durchkämmte am Nachmittag das weitläufig abgesperrte, teils noch schneebedeckte Gelände rund um den Fundort der Kleider in der Nähe der Talsperre.

Die Polizei in Paderborn ermittelt mit einer 30-köpfigen Sonderkommission "Soko Kardelen". Die Fundsituation lasse Spekulationen in verschiedene Richtungen zu, sagte Polizeisprecher Ulrich Krawinkel. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Der Fundort der Kleidungsstücke - eine pinkfarbene Jacke, Unterbekleidung und Handschuhe - werde akribisch untersucht. Gleichzeitig gingen am Mittwoch in Paderborn die Ermittlungen weiter. Polizisten befragten auf der Suche nach möglichen Zeugen die Anwohner in der Paderborner Südstadt, wo das deutsch-türkische Mädchen mit seinen Eltern wohnt. Bereits am Vortag war dort mit Polizei-Hundertschaft, Hubschraubern und Spürhunden ohne Erfolg gesucht worden. Die Kleidungsstücke hatten zwei Frauen am Morgen auf dem Gehweg hinter der Leitplanke einer Kreisstraße am Möhnesee entdeckt.

Nebel erschwerte die Suche

"An Taucher und Hunde ist auf jeden Fall gedacht", sagte ein Sprecher der Polizei in Paderborn über mögliche Ermittlungen rund um den Fundort. Ein Hubschrauber konnte am Mittwoch wegen des dichten Nebels nicht eingesetzt werden. In den kommenden Tagen sollen die Ermittlungen mit Befragungen und einer Öffentlichkeitsfahndung weitergehen.

Die Polizei hofft auf weitere Zeugen, um den Zeitpunkt einzugrenzen, an dem die Kleidung an den Straßenrand geworfen wurde. Die Lage der Kleidungsstücke lässt die Vermutung zu, dass sie aus einem fahrenden Auto geworfen sein könnten: Über etwa 500 Meter lag die Kleidung verteilt am Rand der stark befahrenen Uferstraße. Unklar ist noch, wie lange diese bereits dort lag. "Wir waren dort gestern Nachmittag spazieren. Da sind uns die Sachen schon aufgefallen, aber man denkt sich ja nichts dabei", sagte Dieter Thorwesten, der in einem Hotel in der Nähe ein Seminar besucht.



Vater erleidet Schwächeanfall

Polizisten und Freunde der Familie verteilten über 1000 Handzettel und Suchplakate mit deutschen und türkischen Texten sowie mit dem Bild des vermissten Kindes. Allerdings gab es keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mädchens. Seine Familie wird von Opferschutzbeauftragten der Polizei betreut. Nach einem Schwächeanfall musste der Vater am Dienstag in ein Krankenhaus gebracht werden. (küs/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben