Ermittlungen : Verschwundener Sarg von Milliardär Flick gefunden

Der gestohlene Sarg des Multimilliardärs Friedrich Karl Flick ist ein Jahr nach seinem Verschwinden wieder da. Wie das österreichische Bundeskriminalamt mitteilte, ist der Sarg am Sonntag in Ungarn sichergestellt worden.

WienDas Rätsel um den gestohlenen Sarg samt der Leiche des Milliardärs Friedrich Karl Flick ist gelöst. Mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden des Raubes wurde der Sarg nach Angaben der österreichischen Polizei vom Montag in Ungarn entdeckt und den Behörden in Österreich übergeben.

Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Großindustriellen sei am Sonntag entdeckt worden, erklärte die Polizei in Wien. Auch die Familie des im Oktober 2006 im Alter von 79 Jahren Verstorbenen sei informiert worden. Die Polizei in Budapest bestätigte den Fund, ohne nähere Angaben zu machen.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurden in Budapest sechs Männer im Zusammenhang mit dem Raub verhaftet. Sie stehen in Verdacht, die Leiche des Großindustriellen vor einem Jahr aus seinem Grab in Österreich entführt und Lösegeld angeblich in Millionenhöhe gefordert zu haben. Weder die Beamten in Wien noch in Budapest wollten sich zu möglichen Festnahmen im Zusammenhang mit dem Raub des Sarges äußern. Es seien noch "kriminalpolizeiliche und technische Untersuchungen" im Gange, sagte ein Sprecher der österreichischen Polizei. Die Ermittlungen der ungarischen Behörden dürften nicht gefährdet werden.

Die Witwe Ingrid Flick sagte, für sie sei ein Albtraum vorbei. "Die Seele meines verstorbenen Gatten kann nun endlich an dem Ort Ruhe finden, den sich Friedrich Karl gewünscht hat." Der "Bild" zufolge sollen die aus Ungarn und Rumänien stammenden Täter bereits kurz nach der Entführung der Leiche mit ihren Geldforderungen an die Familie herangetreten sein.

Der Raub von Flicks Leiche samt Sarg aus seinem Grab auf dem Friedhof im österreichischen Velden war im November vergangenen Jahres bekannt geworden. Der Industriellen-Erbe und Konzern-Lenker löste in den 80er Jahren einen politischen Parteispenden-Skandal aus, weil er am Finanzamt vorbei "zur Pflege der politischen Landschaft" Millionensummen an CDU/CSU, FDP und SPD gespendet hatte. (smz/AFP/dpa)

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