Ermittlungserfolg : Neun Jahre alter Mord an Millionärin aufgeklärt

Der Mordfall einer Düsseldorfer Millionären scheint gelöst: Mit neuen, hochmordernen Geräten fand die Polizei Spuren an der Kleidung und Mordwaffe, die einen lange gehegten Tatverdacht untermauerten.

Düsseldorf Bessere DNA-Analysegeräte der Polizei haben nach fast neun Jahren den mutmaßlichen Mörder einer Düsseldorfer Millionärin hinter Gitter gebracht. Ein Richter habe Haftbefehl wegen Mordes gegen einen 37-jährigen, mehrfach vorbestraften Gelegenheitsarbeiter erlassen, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Mann wurde in Köln festgenommen.

Verdächtiger war schon vor neun Jahren im Visier der Ermittler

Die 87-jährige Millionärin war im Oktober 2000 in ihrer Wohnung erdrosselt worden. Tage später entdeckte ihr Gärtner ihre Leiche. Schon damals geriet der jetzt gefasste Tatverdächtige ins Visier der Ermittler und verbrachte sogar einige Wochen in Untersuchungshaft.

Seine Gen-Spuren waren an dem Elektrokabel entdeckt worden, mit dem die Witwe erdrosselt worden war. Sein Verteidiger wandte seinerzeit ein, der Mann habe das Kabel womöglich bei seinen Hilfsarbeiten angefasst. Weil auch noch die DNA einer bis heute unbekannten Frau unter dem Fingernagel der Millionärin entdeckt wurde, musste die Mordkommission ihren Verdächtigen freilassen.

Spuren wurden jetzt mit neuen Geräten getestet

Dabei hatte der notorisch verschuldete Dieb mit inzwischen 13 Vorstrafen noch am Abend des Mordes Mietschulden mit frischen Hundertmarkscheinen beglichen, wie sie in der Wohnung der alten Dame fehlten. "Er hat nie plausibel erklären können, woher er das Geld auf einmal hatte", sagte Staatsanwalt Ralf Herrenbrück. Die Ermittler konnten dem Mann entgegen dessen Behauptungen auch nachweisen, dass er der letzte Besucher war, mit dem das Opfer Kontakt hatte, als er noch lebte.

Der Fall kam zu den Akten, wurde aber Jahr für Jahr von Kommissarin Nicola Coenen auf neue Ansätze untersucht. Nach der Anschaffung neuer, leistungsstärkerer DNA-Analysegeräte im nordrhein- westfälischen Landeskriminalamt ließ die Ermittlerin die alten Asservate mit den neuen Geräten noch einmal untersuchen - und plötzlich hagelte es Treffer.

Auch an der Brille, dem Halstuch und der Strickjacke des Opfers wurde nun DNA des Verdächtigen entdeckt - genauso wie an einer Schere, mit der der Mörder versucht hatte, einen Schrank aufzubrechen. "Da schließt sich insgesamt ein Kreis", sagte Staatsanwalt Herrenbrück.

Der Verdächtige, der vor Jahren einmal ein Geständnis angekündigt und es sich dann doch anders überlegt hatte, schweigt bislang zur neuen Beweislage. (jnb/dpa)

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