Ernährung : Firma soll Schlachtabfälle zu Lebensmitteln verarbeitet haben

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen die Verantwortlichen einer Fleischfirma aus dem Kreis Vechta, die tonnenweise Schlachtabfälle zu Lebensmitteln weiterverarbeitet haben soll.

Oldenburg - In Niedersachsen sind die Behörden nach eigenen Angaben einem neuen Ekelfleisch-Skandal auf der Spur. Die Verantwortlichen werden verdächtigt, zwischen August 2004 und Juli 2005 mehr als 130 Tonnen so genanntes Stichfleisch teils zu Wurstwaren verarbeitet und dann in den Handel gebracht zu haben. Teilweise soll das nicht verkehrsfähige Fleisch auch mit ordnungsgemäßem Fleisch vermischt und nach Russland und Rumänien verkauft worden sein, bestätigte die Behörde einen Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz".

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nun gegen den Senior- und den Juniorchef sowie gegen zwei Angestellte des Betriebes wegen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz. Auf den mutmaßlichen Ekelfleisch-Betrieb wurden die Ermittler nach eigenen Angaben durch die Staatsanwaltschaft Essen aufmerksam. Diese hat Anklage gegen eine Firma erhoben, die ohne behördliche Genehmigung Stichfleisch von Schlachthöfen abgekauft und an Fleischhändler und Wurstfabrikanten veräußert haben soll. Einer der Abnehmer war den Ermittlungen zufolge die Firma in Vechta.

Als Stichfleisch gilt das Fleisch rund um die Einstichstelle beim Schlachten. Weil es blutunterlaufen ist, kann es leicht verseucht sein. Daher darf es grundsätzlich nicht als Lebensmittel verwendet werden, sondern wird von speziellen Betrieben entsorgt. (tso/AFP)

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