Welt : Ernst August hat recht

Das hilft ihm aber nicht – eigenen Anwalt verklagt

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Ernst August Prinz von Hannover hat gegen seinen früheren Verteidiger einen Streit vor Gericht gewonnen. Das Oberlandesgericht Celle sah es als erwiesen an, dass Anwalt Jochen Heidemeier im Jahr 2004 im Namen des Prinzen ein Geständnis abgelegt hatte, von dem der Adelige gar nichts wusste. Dennoch bleibt Heidemeiers Verhalten für den Anwalt nahezu folgenlos. Denn mit seiner Schmerzensgeldforderung ist Ernst August gescheitert. Eine schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung hat das Gericht nicht erkannt. Der Ruf des Prinzen sei bereits vor dem falschen Geständnis „nicht makellos“ gewesen, teilte das Gericht gestern mit. Das Urteil ist rechtskräftig. (AZ.: 3 U 264/08)

Ernst August hatte seinen früheren Anwalt Jochen Heidemeier nach dem falschen Geständnis vor dem Landgericht Hannover im Jahr 2004 verklagt. Er warf ihm vor, ihn wider besseren Wissens als volltrunkenen, brutalen Schläger bloßgestellt zu haben.

Es ging um einen Vorfall in Kenia aus dem Jahr 2000. Ein deutscher Hotelier hatte behauptet, von Ernst August brutal zusammengeschlagen worden zu sein. Der Prinz hatte stets beteuert, ihn nur geohrfeigt zu haben. Sein Anwalt hatte vor Gericht jedoch erklärt, Ernst August „hatte erheblich getrunken“ und könne nicht ausschließen, mit einem Gegenstand in der Hand auf den Hotelier eingeprügelt zu haben.

Ernst August feuerte Heidemeier und engagierte Hans Wolfgang Euler aus Frankfurt. Sein neuer Anwalt aus Frankfurt stritt für ihn nun vor dem Oberlandesgericht in zweiter Instanz um Schmerzensgeld und eine öffentliche Richtigstellung.

Ernst August hat noch eine Erklärung zu dem für ihn unbefriedigenden Prozess angekündigt.

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