Welt : Erste Anzeige gegen einen Priesterstudenten

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St. Pölten Im Porno-Skandal um das Priesterseminar der niederösterreichischen Stadt St. Pölten hat die Staatsanwaltschaft eine erste Strafanzeige angekündigt. Ein 27-jähriger Priesterstudent aus Polen wird beschuldigt, eine „Vielzahl von pornografischen Darstellungen mit Unmündigen“ aus dem Internet auf seinen privaten PC heruntergeladen zu haben. Er muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Der zuständige Staatsanwalt Walter Nemec erklärte am Montag, dass der verdächtige Student die Bilder auf der Festplatte seines Privat-PCs gespeichert und sie kurz vor der Beschlagnahmung am 24. Mai gelöscht hatte. Mit Hilfe einer speziellen Software habe man die Bilder jedoch rekonstruieren können. Der junge Mann wird jetzt aus dem Seminar ausgeschlossen. Das Verfahren gegen mehrere andere Studenten soll zunächst intern fortgesetzt werden.

Die Ermittlungen gegen acht weitere Mitglieder des Seminars wurden jedoch zunächst eingestellt, weil ihnen keine strafbaren Handlungen nachgewiesen werden konnten. Unklar ist auch, wie die Ermittlungen im Fall von zwei anonymen Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen durch „Personen aus dem Umkreis des Priesterseminars St. Pölten“ weitergehen. Die Vorwürfe seien „relativ vage“ und lägen bereits länger zurück, so Nemec. Hier seien Ermittlungen durch die zuständigen Behörden zu führen, die erst begonnen hätten.

Im Zusammenhang mit dem Skandal wird der Ruf nach dem Rücktritt des für das Seminar verantwortlichen Bischofs Kurt Krenn immer lauter. Der Vatikan will sich in Kürze damit befassen.dpa

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