Welt : Erste neue Homo-Ehen in Kalifornien

Los Angeles - Wenige Tage nach der historischen Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofes zur Homo-Ehe hat der Bundesstaat Kalifornien das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen aufgehoben. Am Wochenende ließen sich in San Francisco und Los Angeles die ersten Paare trauen, darunter ein lesbisches und ein schwules Paar, die den Kampf für die Wiedereinführung der Homo-Ehe angeführt hatten. Gegner legten beim Supreme Court Beschwerde gegen die Entscheidung der kalifornischen Justiz ein. Am Mittwoch hatte der Supreme Court die Rechte von Schwulen und Lesben bei Steuern und Erbschaften gestärkt. Zudem wies er eine Klage von Gegnern der Homo-Ehe in Kalifornien ab und ebnete so der kalifornischen Justiz den Weg für die Aufhebung des Verbots. Das erste Paar, die beiden Aktivistinnen Kristin Perry und Sandy Stier, gaben sich noch am Freitag (Ortszeit) das Ja-Wort.

„Wir haben eine lange, lange Zeit auf diesen Tag gewartet“, sagte Stier nach der Zeremonie. „Ich könnte nicht mehr geehrt sein, heute hier zu stehen“, sagte Kaliforniens Generalstaatsanwältin Kamal Harris, die die Zeremonie geleitet hatte. Stier und Perry hatten neben Paul Katami und Jeff Zarrillo gegen das Verbot der Homo-Ehe geklagt. Das schwule Paar heiratete ebenfalls noch am Freitag.

In Kalifornien durften gleichgeschlechtliche Paare zwischen Mai und November 2008 legal heiraten, rund 14 000 Paare nutzten damals das neue Recht. Dann konnten die Gegner der Homo-Ehe mit einem Volksbegehren durchsetzen, dass die Ehe in der Verfassung des Bundesstaats als Bund zwischen Mann und Frau festgelegt wurde. Dagegen wiederum zogen homosexuelle Paare vor Gericht, zuletzt bekamen sie im Februar 2012 vor dem Bundesberufungsgericht in San Francisco Recht. Die Gegner der Homo-Ehe klagten dagegen vor dem Supreme Court und verloren. dpa

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