• Erster Maut-Tag: London ist zufrieden Autofahrer müssen in der City acht Euro pro Tag zahlen

Welt : Erster Maut-Tag: London ist zufrieden Autofahrer müssen in der City acht Euro pro Tag zahlen

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London (dpa). Ein „blutiger Montag“ sollte es werden, ein „Verkehrschaos“ wurde vorausgesagt – doch die Einführung einer Staugebühr in der Innenstadt von London ist am Montag überraschend problemlos verlaufen. Das Verkehrsaufkommen war deutlich geringer als bisher an Werktagen. Busfahrer sprachen von „Samstagsverkehr“, BBCReporter gar von „Sonntagsverkehr“. Die befürchteten Staus am Rande der 20 Quadratkilometer großen Zone zwischen Hyde Park und Tower Bridge blieben aus.

Falls sich die Regelung nach der 50 Jahre alten Idee eines gewissen Sir Alan Walters bewährt, wollen bis zu 30 andere britische Städte dem Beispiel folgen. In Deutschland äußerte sich die Allianz pro Schiene zustimmend. Bei einem Erfolg „sollten auch staugeplagte deutsche Städte über die Einführung einer City-Maut nachdenken“, sagte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses, Dirk Flege.

Der Mann hinter dem „gewagtesten verkehrspolitischen Experiment der britischen Geschichte“ist Londons Bürgermeister Ken Livingstone. Livingstone („Ich hasse Autos“) will mit der Staugebühr den Autoverkehr in der Sieben-Millionen-Metropole um 10 bis 15 Prozent verringern.

Die eingenommenen Gebühren in Höhe von umgerechnet 200 Millionen Euro jährlich sollen in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden. Mit seiner „Congestion Charge“ – wörtlich „Verstopfungsgebühr“ – will Livingstone auch die Luftverschmutzung bekämpfen.

Londons Straßen waren bisher so verstopft, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit bei 16 Kilometern pro Stunde lag: Das ist langsamer als zur Pferdekutschen-Zeit.

Doch seit diesem Montag müssen die Autofahrer nun jeden Werktag von 7 bis 18.30 Uhr Ortszeit eine Gebühr von umgerechnet knapp acht Euro entrichten. 688 Kameras registrieren die Nummernschilder aller Wagen, und wenn bis zum nächsten Tag nicht gezahlt worden ist, wird ein Bußgeld von 80 Pfund fällig.

Ausgenommen sind Busse, Taxis, Polizei- und Krankenwagen sowie schadstoffarme Autos.

Deutsche Touristen haben Glück: Sie können – zum Ärger der britischen Boulevardpresse – nicht von der Insel aus zur Kasse gebeten werden.

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