Welt : Erstmals deutlich weniger Aids-Tote in den USA

Rückgang um zwölf Prozent / Ministerin: Großartige Nachricht WASHINGTON (AFP).Erstmals seit Ausbreitung der Immunschwächekrankheit Aids Anfang der 80er Jahre ist die Zahl der Aids-Toten in den USA deutlich gesunken.Dies ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Zentrums zur Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia).Im ersten Halbjahr 1996 starben danach deutlich weniger Menschen an Aids als im gleichen Vorjahreszeitraum.US-Präsident Bill Clinton bezeichnete den Rückgang der Todesfälle als "historisch".Zu verdanken sei dies den Programmen des Staates und neu entwickelten Medikamenten.Gesundheitsministerin Donna Shalala sagte, das Ergebnis der Studie sei "eine großartige Nachricht für alle Menschen, die mit Aids leben".Der Präsident mahnte allerdings, im Kampf gegen die Krankheit nicht nachzulassen.Vor allem Neuinfektionen müßten vermieden werden. Im ersten Halbjahr 1996 starben dem Bericht zufolge in den USA 22 000 Menschen an Aids, im Vorjahreszeitraum wurden noch 24 900 Todesfälle registriert.Das ist ein Rückgang um zwölf Prozent.Der Studie zufolge ist dieser Erfolg vor allem auf Aufklärungskampagnen sowie bessere Behandlungsmethoden zurückzuführen.Die neu entwickelten Medikamente "dürften die Lebenserwartung der Aidskranken steigern".Clinton verwies darauf, daß die Bundesmittel zur Bekämpfung von Aids seit seinem Amtsantritt um 50 Prozent angehoben worden seien.Er kündigte an, das Gesundheitsministerium werde weitere 200 Millionen Dollar (344 Millionen Mark) für die Bekämpfung der Krankheit ausgeben. Die Zahl der Infektionen mit dem HI-Virus stieg weiter an, stellt die Studie fest."Während wir unsere Anstrengungen zur Verbesserung der Behandlungsmethoden fortsetzen, dürfen wir nicht vergessen, daß die Behandlung im allerersten Stadium der Krankheit das beste Mittel bleibt, um die Zahl der Menschen zu verringern, die an Aids sterben", sagte David Satcher, Direktor des Zentrums zur Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten.In der Altersgruppe der 25- bis 44jährigen ist Aids immer noch die häufigste Todesursache in den USA. Insgesamt sind in den USA seit Anfang der 80er Jahre 581 429 Menschen mit der Immunschwäche registriert worden.1996 wurde Aids erstmals bei mehr Schwarzen (28 346) als Weißen (26 229) festgestellt.

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