Eruption im All : Starker Sonnensturm trifft auf die Erde

14.07.2012 12:22 Uhr
Ein von der Raumsonde Soho aus aufgenommenes Bild zeigt den Ausbruch eines Sonnensturms auf der Sonne. Foto: dapd
Ein von der Raumsonde Soho aus aufgenommenes Bild zeigt den Ausbruch eines Sonnensturms auf der Sonne. - Foto: dapd

Die Erde wird am Samstag von einem starken Sonnensturm heimgesucht. Die Hauptphase wird ab 18 Uhr erwartet. Stromnetze und Handy-Verbindungen könnten beeinträchtigt werden. Doch auch fantastische Naturschauspiele könnte es geben.

Ein starker Sonnensturm trifft am Samstag auf die Erde. Das kündigten die Weltraumagenturen Nasa und Esa sowie die US-Wetterbehörde NOAA am Freitag an. Der Sturm hatte sich am Donnerstag von der 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne gelöst. „Er rast mit hoher Geschwindigkeit Richtung Erde“, sagte ein Sprecher des Esa-Satellitenkontrollzentrums Esoc in Darmstadt. Stromnetze und Handy-Verbindungen könnten beeinträchtigt werden, ebenso der Flugverkehr. Die Auswirkungen könnten Skandinavien, Kanada und Nordeuropa treffen.

Die Eruptionsregion auf der Sonne liege leicht südlich, teilte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen mit.

Der sogenannte koronale Massenauswurf (CME) sei mit knapp 1500 Kilometern pro Sekunde losgerast, in Erdnähe werde er voraussichtlich rund 800 Kilometer pro Sekunde schnell sein. Somit sei er am Samstag gegen 10.30 Uhr europäischer Sommerzeit eingetroffen. Die Hauptphase werde aber erst nach 18 Uhr erwartet, bei klarem Wetter könnten dann Polarlichter in Nordeuropa zu beobachten sein.

Schwere Sonnenstürme können Satelliten, elektrische Anlagen, Navigationssysteme wie GPS und Funkverbindungen stören. 2003 führte ein solcher Sturm unter anderem zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars, zur Verschiebung von über 60 Flügen in den USA und zum Verlust des Forschungssatelliten „Midori 2“.

Die NOAA erwartete für diesen Sonntag eine geomagnetische Intensität des Sturms von Rang G2 auf der Skala von G1 (am schwächsten) bis G5 (am stärksten). Bei der Explosion seien auch große Mengen UV-Strahlung Richtung Erde gesandt worden, hieß es bei „Spaceweather.com“. Messstationen in Norwegen, Irland und Italien hätten dies bereits registriert.

Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu: Sonnenstürme werden häufiger und stärker.
Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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