Erzdiözese Bamberg : Geistlicher tritt wegen Missbrauchsverdachts zurück

Der Personalchef der Erzdiözese Bamberg hat nach Missbrauchsvorwürfen seinen Rücktritt angeboten. Erzbischof Schick sprach den Betroffenen sein Bedauern aus. Vier ehemalige Schüler des Internats beschuldigen den Priester, sich an ihnen vergangen zu haben.

Bamberg
Das Bistumshaus Sankt Otto in Bamberg. -Foto: ddp

Bamberg Nach Missbrauchsvorwürfen gegen einen führenden Geistlichen der Erzdiözese Bamberg hat Erzbischof Ludwig Schick den Betroffenen sein Bedauern ausgesprochen. Dies sei "eine sehr traurige Situation, die mich und uns auch sehr traurig macht", sagte Schick am Mittwoch in Bamberg. Das Bistum wolle nun "offen und ehrlich" mit der Situation umgehen. Zudem biete man den Betroffenen Hilfen an, beispielsweise das Finanzieren einer Psychotherapie. "Wir möchten heilen und wir möchten helfen", betonte Schick.

Bistumssprecherin Elke Pilkenroth fügte hinzu, der betroffene Domkapitular habe am Mittwoch seinen Rücktritt als Personalchef bei der Diözese angeboten, was vom Bischof angenommen worden sei. Der Beschuldigte habe sich in Gesprächen mit Diözesanvertretern nicht an die mutmaßlichen Übergriffe erinnern können. Jedoch habe sich in Gesprächen mit Betroffenen der Verdacht gegen den Geistlichen erhärtet.

Ermittlungen eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen eingeleitet. Der Bamberger Leitende Oberstaatsanwalt Joseph Düsel sagte, die Anklagebehörde gehe dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen nach. Man werde nun "sehr intensiv prüfen", ob mögliche Taten noch verfolgt werden könnten oder bereits verjährt seien. Nach Angaben des Erzbistums Bamberg war der 63-jährige Domkapitular am 18. Juli wegen der Vorwürfe beurlaubt worden. Bislang werfen vier ehemalige Schüler eines Bamberger Internats, dessen Direktor der Geistliche bis 1991 war, dem Priester Missbrauch vor. (küs/ddp)

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