Welt : Erziehung: Liebe soll wieder an erster Stelle stehen

Der Deutsche Kinderschutzbund hat die Forderungen Doris Schröder-Köpfs nach mehr traditionellen Werten in der Kindererziehung kritisiert. "Das bedient Vorurteile in der Bevölkerung", sagte Präsident Heinz Hilgers am Donnerstag in einem dpa-Gespräch in Hannover. "Was wir brauchen, ist eine partnerschaftliche Erziehung, bei der die Kinder ernst genommen werden." Die Ehefrau von Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in einem Interview gefordert, Werte wie Pflichtbewusstsein, Fleiß und richtiges Benehmen stärker in den Mittelpunkt der Kindererziehung zu rücken.

"Ich vermisse bei dieser Aufzählung die Tugenden Einfühlungsvermögen und Empfindsamkeit", sagte Hilgers. Kinder sollten vor allem dadurch erzogen werden, dass man ihnen zeigt: Die Eltern mögen die eigenen Sprösslinge und nehmen sie für voll. "Kinder brauchen Liebe", sagte Hilgers. Außerdem sollten die zahlreichen Vorbilder in Familie, Schule und Medien, an denen sich Kinder automatisch orientieren, möglichst gute Werte vorleben. Statt Strenge sei insgesamt oft eher partnerschaftlicher Umgang mit dem Nachwuchs angebracht. "Man muss begründen, argumentieren, viel sprechen", sagte Hilgers.

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