ESC : Die Türkei ist schon raus

Die Türkei ist enttäuscht und verwundert: Über den Misserfolg ihrer Band, die im Halbfinale des Eurovision Song Contest gescheitert ist und über die Panne der deutschen Technik.

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Im ESC-Halbfinale ausgeschieden: die türkische Band „Yüksek Sadakat“.
Im ESC-Halbfinale ausgeschieden: die türkische Band „Yüksek Sadakat“.Foto: dapd

Sie waren mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangen. Die Mitglieder der türkischen Band „Yüksek Sadakat“ hatte in den vergangenen Tagen die Organisation des Eurovision Song Contest in Düsseldorf in höchsten Tönen gelobt und nach ihrer ersten Probe in der Esprit-Arena eine „unvergessliche Show“ versprochen. Unvergesslich wurde der Auftritt der türkischen Gruppe dann auch tatsächlich – nur nicht so, wie sich die Türken das vorgestellt hatten. Das Lied „Live it up“ fiel beim Halbfinale durch. „Vorbei, bevor es begonnen hat“, kommentierte eine türkische Zeitung am Donnerstag. Auch die technischen Pannen beim Halbfinale sorgten für Verwunderung.

Mit „Yüksek Sadakat“ – der Name ist die türkische Übersetzung von „High Fidelity“ – wollte die Türkei an die guten Platzierungen der vergangenen Jahre anknüpfen; die Band „Manga“ war im vergangenen Jahr in Oslo auf Platz Zwei hinter Lena gelandet. Aber daraus wurde nichts. Dabei hatten die Türken in Düsseldorf so etwas wie ein Heimspiel. Fast wie die Gastgeber sei die türkische Band beim Halbfinale in der Halle begrüßt worden, berichteten die Zeitungen; die Auslandstürken sollten „Yüksek Sadakat“ ins Finale jubeln. Doch daraus wurde nichts. „Schock“ war eines der am häufigsten gebrauchten Begriffe in türkischen Zeitungsschlagzeilen am Donnerstag.

Bei aller Enttäuschung blieben den türkischen Beobachtern die technischen Probleme beim Düsseldorfer Halbfinale nicht verborgen. Dass sich ausgerechnet das hoch entwickelte Deutschland eine lange Tonstörung leistete, gehörte zu den Überraschungen des Abends. Die Schadenfreude blieb nicht aus. Ein peinlicher „Selbstmord deutscher Technik“ sei zu bestaunen gewesen, schrieb ein Zuschauer im Internet.

„Zuletzt haben wir in den 1960er Jahren per Telefon berichtet“, sagte der Kommentator des türkischen Staatsfernsehens TRT während der Übertragungspanne – der blecherne Ton seiner Stimme in der Telefonübertragung erinnerte tatsächlich stark an längst vergangene Zeiten. Vergeblich habe er die deutschen Techniker um Hilfe gebeten, berichtete der türkische Sprecher. „Es gab eine Entschuldigung, sonst nichts.“

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