Berliner Imbisse im Test : Hier kann man gar nicht so viel essen, wie man möchte

Erst Gulasch, dann Apfelstrudel: Die Meierei bietet traditionelle alpine Küche.

Hohe Decken, Kühe auf der Wand: In der Meierei herrscht urbanes Hüttenfeeling.
Hohe Decken, Kühe auf der Wand: In der Meierei herrscht urbanes Hüttenfeeling.Foto: promo

Alles hat seinen Anfang. Und jener der Kreuzberger Markthalle Neun liegt genau hier: bei den Kühen in Prenzlauer Berg.

Zwei alte Schulfreunde aus Augsburg hatten beschlossen, sich ihrer Leidenschaft hinzugeben und einen kulinarischen Laden zu eröffnen, in den Räumen, in denen schon vor 100 Jahren einmal ein Käseladen war. Daher auch die historische Wandmalerei: Kühe vor Bergen. Die beiden Quereinsteiger wollten das anbieten, was sie in Berlin so vermissten – alpine Küche. Das Geschäft florierte, die beiden schlossen sich mit einem dritten Freund zusammen, eröffneten die Markthalle Neun, der Rest ist bekannt.

Die Meierei verkauften sie 2013 an zwei Mitarbeiter, Hubert Roth und Sandra Hirsch, die ebenfalls aus Augsburg kommen. Und während praktisch jeder kulinarische Trend Berlins nun in der Markthalle seinen Anfang nimmt, werden in der Meierei weiter die Traditionen gepflegt. Unter anderem mit Zutaten aus der Markthalle Neun. Die Speisekarte blieb praktisch unverändert: warmer Hirsebrei und fruchtiges Müsli am Morgen, mit Bergkäse belegte Seelen für zwischendurch, Rindssuppe, Leberkäs, Kaasknödel zum Mittag. Gasthofküche zum Gernhaben.

Man kann gar nicht so viel essen, wie man hier möchte

Auf schweren weißen Wirtshaustellern wird das Gulasch serviert (8,90 Euro), schön paprikawürzig und heiß, die Sauce, wie sie sein soll, dick wie ein Brei. Da müssen viele Zwiebeln ihr Leben gelassen haben. Das Brot dazu kommt von der Hofpfisterei.

Urbanes Hüttenfeeling herrscht in der hohen, hellen Stube. Den alten Stühlen wurden lange Beine gemacht, sodass man auf Barhockerniveau sitzt. Die Geistesarbeiter der Umgebung müssen sich in der Pause beeilen, ansonsten Laptoparbeiter, Pärchen, Kinder, viel Stammpublikum. Draußen vor der Tür herrscht erst recht Hüttenfeeling: am riesigen, massiven Holztisch, 800 Kilo schwer. Den rückt keiner weg.

Ein großes Stück Apfelstrudel kostet 4,10 Euro
Ein großes Stück Apfelstrudel kostet 4,10 EuroFoto: promo

Weil man gar nicht so viel essen kann, wie man hier möchte, nimmt man sich noch was mit. Marillenmarmelade von Staud’s, bessere gibt’s nicht, Totenbeinli (kurze Nussstangen) und Schüttelbrot. Und vor allem Käsekuchen, quarkig, cremig, zitronig, und ein großes Stück Apfelstrudel (4,10 Euro). Mit dem dünnen Teig und der prallen, fruchtig-nussigen Füllung zählt er zu den besten der Stadt.

Adresse  Kollwitzstraße 42, Prenzlauer Berg, Telefon. 921 295 73

Geöffnet  Mo-Fr 7.30–16 Uhr, Sa 9–18 Uhr, So 10–18 Uhr

Im Netz  meierei.net

Interessanter Nachbar  Theater o. N., Kollwitzstraße 53

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