Berliner Imbisse im Test : In Moni’s Fischkajüte

Kabeljau mit Bohnensalat: Seit 25 Jahren ist Moni’s Fischkajüte ein Weddinger Treffpunkt. Wir waren zum Imbisstest da.

Karina Kochan
Die Fischkajüte im Wedding ist vor allem etwas für Frühaufsteher.
Die Fischkajüte im Wedding ist vor allem etwas für Frühaufsteher.Foto: Anna Ablazevica

Um sechs Uhr morgens ist Moni an Deck. Belegte Brötchen, Spiegeleier mit Bratkartoffeln, Bauernfrühstück: Es ist alles bereit. „Grüß dich, Renate!“, „Guten Tag, liebes Fräulein!“. Beim Eintreten wird jeder Kunde warmherzig willkommen geheißen. Man duzt sich, erzählt vom Wochenende und nennt sich liebevoll „Schatzi“. Draußen: die kalte Müllerstraße. Drinnen, im warmen Laden, fühlt man sich im Winter besonders wohl. Seit 25 Jahren ist Moni’s Fischkajüte ein Weddinger Treffpunkt.

Die Warentheke der Berlinerin ist ein kleines Wunder. Hering, Forelle, Heilbutt, Makrele, Seelachs – saisonal und meeresfrisch. Alle Fische kann man auch für den eigenen Herd kaufen. Monis Mann Burkhart erledigt die Besorgungen, sie kocht und führt das Geschäft, zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Marina.

Hinter der Theke, umgeben von weißen Fliesen, empfiehlt Moni ihre Spezialitäten. Bis Ende Februar gibt es das Winterkabeljaufilet (8,65 Euro) noch. Die Gelegenheit sollte man nutzen. Sahne- (4,40 Euro), Brathering (4,95 Euro) und Fischbouletten (4,65 Euro) gehen immer. Als Abwechslung zu den Fischgerichten kriegt man jetzt noch Eintöpfe und Schnitzel. Auch die meisten Beilagen sind hausgemacht, Pfeffergurken, Sauerkohl, Bratheringe, Bohnensalat, Oliven mit Sardellen und natürlich Remoulade.

Moni hat den laden zufällig gekauft

Die Weddinger trinken gemütlich ihr Bier, reden laut durcheinander. Sie sitzen an schwarzen Holztischen, auf jedem ein Schiff mit Muschelschalen an Deck. Das breite Fenstersims ist mit Meeresnippes geschmückt. Auf gelbem Stoff, der vermutlich den Strand darstellen soll, wurden Möwen, Segelboote, Leuchttürme und kleine Seemänner platziert.

Dabei kommt Moni weder aus dem Norden noch interessiert sie sich besonders für Fisch. Die Berlinerin hat diesen Laden zufällig gekauft, als sie 1992 einen Betrieb gründen wollte. Das Kochen hat sie dann in Kursen gelernt. Und viel besser könnte es nicht schmecken. Das Winterkabeljaufilet ist zart und goldbraun gebraten, beim Sahnehering mischt sich das Saure mit dem Süßen, der Fisch mit Sahne, Zwiebel, Gurken, Petersilie.

Der Laden ist was für Frühaufsteher: Oft macht Moni schon mittags um eins zu. Bevor sie die Tür schließt, bekommt sie zum Abschied noch von jedem einen Kuss auf die Wange.

Adresse  Müllerstraße 114

Geöffnet  Mo, Mi, Sa 6–13 Uhr, Di, Do, Fr 6–18 Uhr

Interessanter Nachbar One Africa Lounge, Ofener Str. 2

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