Berliner Imbisse im Test : Maiden Mother & Crone

Birjani aus der Tajine: In dem 2015 eröffneten Lokal in der Potsdamer Straße wird im Fusionsambiente Fusionsküche serviert.

von
Feuertopf. Dip, Salat und Pita-Brot gibt es dazu.
Feuertopf. Dip, Salat und Pita-Brot gibt es dazu.Foto: Moritz Honert

Der einfachste Weg, etwas zu erfinden, ist schlicht, zwei bekannte Dinge zu kombinieren. Das gilt für die Unterhaltungsbranche (Stichwort Smartphone) wie für die Gastronomie: Fusionsküche heißt das dann und hat der Welt so großartige Dinge beschert wie die Currywurst oder California Rolls.

In Zeiten, in denen die Spitzengastronomie vor allem das unangetastete Regionalprodukt zum Fetisch erkoren hat, wirkt das vielleicht etwas überholt. Doch gut gemacht, kann man damit noch immer eine Menge Menschen satt und glücklich bekommen. Davon sind auch Christoph Kucik und Tyco Cote überzeugt, die im Juni 2015 das Maiden Mother & Crone in der einst als kulinarischem Ödland berüchtigten Potsdamer Straße eröffnet haben und dort munter Asiatisch, Afrikanisch und Amerikanisch mixen.

Das mit der Fusion geht schon bei der Einrichtung los: Neben der an einen Marktstand erinnernden Kochnische kleben arabische Pop-Musik-Kassetten, an den weißen Wänden hägen gerahmte Cartoons, am Ende des tiefen, gut 100 Leute fassenden Raumes stapeln sich Holzkisten. Die Stühle an den schwarzen Tischen standen früher anscheinend in drei verschiedenen Schul-Aulas. Zu hören gibt es Irish-Folk ... das Publikum Mitte 30 scheint das nicht zu irritieren.

"Wir kochen, worauf wir Bock haben"

Auf dem Teller setzt sich das Programm fort: Serviert wird grundsätzlich in nordafrikanischen Tajines, auf dem täglich wechselnden Speiseplan stehen aber mal Rippchen, mal Tacos. „Wir kochen, worauf wir Bock haben“, erklärt Kucik. Heute gibt es Indisch: Kürbis-Birjani für 7,50 Euro oder Beef-Birjani für 8 Euro. Den Yogi-Tee (1,50 Euro) zapft man sich selbst aus einem Samowar.

Das Essen wird super schnell serviert und sieht toll aus auf seinem Holzbrett. Als Beilagen gibt es Salat, Dip und Pita-Brot. Das geschmorte Rindfleisch ist ordentlich und vielseitig gewürzt, was erstmal zu begrüßen ist. Allerdings haben Minze und Koriander gegen die Dominanz der eingelegten Gurke keine Chance. Wunderbar gelungen ist hingegen die sämige vegetarische Alternative, die ebenfalls mit Pfefferminz aromatisiert wurde, aber insgesamt stringenter daherkommt.

Auch in der Fusionsküche ist weniger oft mehr. Alles eine Frage des Fokus. Den Wein- und Gewürzverkauf haben Kucik und Cote schon eingestellt.

Adresse  Potsdamer Straße 93, Tiergarten

Kontakt facebook.com/maidmothcro

Geöffnet  Mo-Fr 12-16 Uhr

Interessanter Nachbar  Victoria Bar, Potsdamer Straße 102

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar