BERLINER SPITZENKÖCHE verraten ihre Tricks : Lauwarmer Lachs mit Topinamburpüree

18.12.2011 01:00 UhrVon Holger Zurbrüggen
Holger Zurbrüggen empfiehlt für dieses Gericht Wildlachs; normaler Lachs geht selbstverständlich auch, allerdings ist der fetthaltiger... Foto: dpa
Holger Zurbrüggen empfiehlt für dieses Gericht Wildlachs; normaler Lachs geht selbstverständlich auch, allerdings ist der fetthaltiger... - Foto: dpa

Holger Zurbrüggen kocht normalerweise in seinem Restaurant "Balthazar" am Kurfürstendamm. Heute verrät er uns wie man aus runzeligen Knollen und leckerem Wildlachs ein Gericht zaubert, dass sowohl als Vorspeise als auch als Hauptgang überzeugt.

Für alle, die Topinambur nicht kennen: Das ist ein klassisches Wintergemüse, die runzeligen Knollen sind nicht gerade hübsch, schmecken leicht süßlich und haben weniger Stärke als Kartoffeln. Für dieses Gericht nehme ich am liebsten Wildlachs; normaler Lachs geht selbstverständlich auch, allerdings ist der fetthaltiger. Die Topinamburknollen wasche ich schön sauber – für vier Personen brauche ich 700 Gramm –, dann kommen sie ungeschält auf ein Blech, mit ein bisschen Salz und Olivenöl drüber.

Ich gare sie im vorgeheizten Ofen 20 bis 25 Minuten bei 180 Grad. Das Blech nehme ich raus, die Topinambur sind jetzt trocken. (Die Temperatur des Ofens schalte ich nun auf 90 Grad; warum, wird gleich klar werden.

) Wenn ich die Knollen dann geschält habe, drücke ich sie durch eine Kartoffelpresse, gebe eine Prise Vanillezucker und ein bisschen Zitronensaft dazu – und ganz zum Schluss einen halben Esslöffel Crème fraîche. Das rühre ich alles glatt und schmecke es mit Salz ab. Wer es pikanter haben möchte, kann noch etwas Chili dazugeben. Dann schneide ich 50 Gramm Schnittlauch ganz klein und hebe ihn unter das Püree, zusammen mit einer Messerspitze Butter, fertig!

Den Lachs kann man als Filet kaufen. Für eine Vorspeise nehme ich 120 Gramm pro Person, als Hauptgang 150 Gramm; grätenfrei sollte er sein und an den Seiten gleichmäßig geschnitten. Die Haut kommt runter, denn da sitzt der Tran, und dieser Geschmack muss weg. Ein bisschen Meersalz drüber und ansonsten würzen Sie – je nach Geschmack; ein bisschen Butter, ein paar Blättchen Estragon oder Kerbel. Viele legen noch ein Stück Zitrone obendrauf, das muss aber nicht sein.

Im Ofen wird die Lachsschnitte in einer feuerfesten Form mit Klarsichtfolie drüber (keine Angst, da passiert nichts!) nur angewärmt – zehn Minuten bei 90 Grad, wenn es ein fetter norwegischer Lachs ist. Der Wildlachs braucht lediglich fünf bis sieben Minuten, weil er mager ist. Wenn man Lachs länger im Ofen lässt, wird er schnell trocken und schmeckt dann nicht mehr. Der Fisch ist praktisch noch roh, wenn er auf den Tisch kommt. Ich serviere ihn zusammen mit dem lauwarmen Topinamburpüree. Dazu kann man gut einen trockenen Riesling trinken.

Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant „Balthazar“ am Kurfürstendamm

Service

Matthies war essen

Bernd Matthies kocht gern und isst noch lieber.
Große Menüs, kleine Fundsachen, nützliche Bücher, gastronomische Erlebnisse.
Foto:

Wissen, wo es am besten schmeckt - mit der zitty-Gastrosuche

Zur Gastrosuche
Foto:

Leckere und ausgefallene Rezepte und die Tipps und Tricks der Berliner Spitzenköche zum Nachlesen.

Rezepte

Weitere Themen

  • Jubeln: Der gebürtige Tunesier Ridha Khadher vor seiner Bäckerei in Paris. Foto: privat

    Baguette Royal

    Jedes Jahr sucht Paris den besten Bäcker. 2013 heißt der Champion Ridha Khadher. Und so macht er...  mehr...
  • First Floor im Hotel Palace, Budapester Str. 45, Charlottenburg, Tel. 250 210 20, Di-Sa ab 18 Uhr geöffnet. Foto: Kai-Uwe Heinrich

    First Floor

    Keine Vorrede notwendig: Das „First Floor“ im Hotel Palace ist eine Säule der Berliner Kulinarik,...  mehr...
  • Falkenbrot:  Für dieses Brot wird sogar mit Reimen geworben. „Im Picknick-Korb/kein Falkenbrot?/Da sieht selbst Tante Betti rot.“ Ich erwähne das nur, weil es deshalb von irgendwelchen Paech-Brot-Taliban in den Schmutz gezogen wird, als sei so etwas nun auf ewig verboten. Mir egal. Das Brot aber nicht! Das Falkenbrot ist ein saftiges Roggen-Weizen-Mischbrot mit Sauerteig, das laut Deklaration einen Anteil „Röstbrot“ enthält, was den betont kräftigen Geschmack erklärt. Schmeckt am allerbesten solo, nur mit gesalzener Butter der Molkerei Münchehofe. Mit Tomaten? Leberwurst? Toll. Bernd Matthies – BioBackHaus, www.das-BioBackHaus.de, Preis: 4,15 Euro/kg. Foto: Tsp

    Gute Brote

    Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stullen! Denn Berlin hat da eine Menge zu bieten. Wir haben...  mehr...
  • Dänisches Roggenbrot

    Der Brot-Blogger

    Ist der Mann irre? Steht mitten in der Nacht auf, wiegt Salz aufs Gramm genau, hegt den...  mehr...
  • Essen wie Gott in Austria: bei FranzKarl im Bötzowviertel Foto: Mike Wolff

    Naschmarkt Berlin

    Kaiserschmarrn, Topfen, Obers – als Wienerin hat unsere Autorin Puderzucker im Blut. Hier zieht...  mehr...