BERLINER SPITZENKÖCHE verraten ihre Tricks : Spätzlepfanne mit Bohnen

Michael Kempf

Meine Mutter war Buchbindermeisterin, sie hat in einer Werkstatt oben in unserem Haus Kunstschätze restauriert – da blieb nicht viel Zeit zum Kochen. Aber ihre selbst kreierte Spätzlepfanne mit frischen grünen Bohnen ist ein absolutes Highlight.

Für den Spätzleteig mischen Sie für vier Personen 250 g Roggenvollkorn- mit genau so viel Weizenmehl (405). Dazu kommen acht Vollei, ein bisschen Salz und Muskatnuss (sowie, falls nötig, etwas Wasser). Das Ganze so lange mit einem Löffel mit Loch oder mit der flachen Hand schlagen, bis es Blasen wirft. Dann hat der Teig die richtige Konsistenz.

In einem großen Topf (ist er zu klein, kleben die Spätzle) Salzwasser zum Kochen bringen. Wenn es sprudelt, die Spätzle hinein pressen oder schaben. Umrühren und auf mittlere Stufe runterschalten – das ist wichtig, sonst werden die Spätzle zu weich oder zerfleddern. Sobald sie nach oben steigen, herausholen, kurz in Eiswasser abschrecken und dann schnell ab damit auf ein Küchentuch.

Als nächstes in einer Pfanne mit drei Esslöffel Schweineschmalz oder Butter, vier Schalotten und zwei Knoblauchzehen (beides feingewürfelt) etwa zehn Minuten anschwitzen. Nun die Spätzle hinzufügen und bei hoher Temperatur leicht anbraten. Erst jetzt kommen die breiten grünen Bohnen – kurz in Salzwasser blanchiert, abgeschreckt und in etwa ein Zentimeter breite Rauten geschnitten – dazu. Flamme runterschalten, etwa auf Stufe 2, und die Bohnen durchschwenken, dass sie warm werden. Wichtig: Die sollen nicht anbraten! Alternativ können Sie übrigens auch Stangenbohnen nehmen. Zum Schluss kommen noch fein gehackte Petersilie, Salz und schwarzer Pfeffer rein – und ein Teelöffel gehacktes Bohnenkraut. Falls Sie keine Bohnen im Garten haben, können Sie das Kraut im Gemüseladen kaufen. Das hat ein tolles Aroma!

Ich würde Ihnen empfehlen, zu den Spätzle keine Sauce zu servieren. Das ist so schon schlotzig genug! Was hingegen gut funktioniert als Ergänzung sind krosse Würfel ausgelassenen Schweinespecks oder, für die Vegetarier, Röstzwiebeln. Für letztere nehme ich lange Zwiebelstreifen, mehliere und frittiere die. Wer keine Friteuse besitzt, erhitzt Pflanzenfett in einem Topf auf 180 Grad und gibt dann die Zwiebeln hinein.

Michael Kempf ist Chefkoch im „Facil“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben