Essen am Strand : Gastmahl des Meeres

Das gilt überall: Seeluft macht hungrig! Von der Hand in den Mund – Hier stellen wie Ihnen sechs Klassiker aus sechs verschiedenen Ländern vor.

Erfrischung. Einmal Coco Verde trinken und sich in Ipanema verlieben – das gehört zu jedem Rio-Aufenthalt. Foto: Fabíola Carlettis/Blog: cuttingedge.com.pt
Erfrischung. Einmal Coco Verde trinken und sich in Ipanema verlieben – das gehört zu jedem Rio-Aufenthalt. Foto: Fabíola...

Lasagne in Italien

Ein Drittel der Italienerinnen sei dauernd auf Diät, steht in den Zeitungen. Diät ist ein typisches Sommerthema, aber darum soll es hier nicht gehen. Italienerinnen, die hungern wollen, nehmen zum Strand eine große Flasche Mineralwasser mit und vielleicht noch ein Stück Wassermelone.

Die anderen essen Lasagne.

Ein typischer Julisonntag an einem Strand in Apulien, die Adria schimmert türkis. Großfamilien rücken an, Stimmengewirr, Eroberung des Strandraumes. Väter schleppen Sonnenschirme und Klappstühle, die Mütter tragen Thermoskoffer. Während man sich einrichtet, planschen die Kinder am Ufersaum. Pranzo! Die Mütter haben den Koffer ausgepackt, jetzt wird der Inhalt auf Plastikteller verteilt. Brot, Tomaten, Früchte. Und über allem: die Lasagne, Königin des Strandpicknicks, Inbegriff des Freiluftsonntags. Vereint sie doch den Primo (Pasta) mit dem Secondo (Fleisch) auf das Praktischste, zusammengefügt durch eine dicke Bechamelsauce.

Womit wir schon beim einzigen Problem der Lasagne wären: Sie ist fett. Sie macht träge. Sie erfordert dringend eine Siesta. Die Väter dösen schon unterm Sonnenschirm, die Mütter braten ein wenig auf ihren Klappliegen, wach genug, die Kinder aus dem Wasser zu rufen: „Drei Stunden warten mit dem Schwimmen!“

Erst die Lasagne verdauen. Birgit Schönau


Fischbrötchen in Deutschland

Nordsee und Strandessen? Da machen Wind und Wetter gern einen dicken Strich durch. Allenfalls ruhen in den Schubladen des Strandkorbs gut gefüllte Picknickkörbe, selbst gemacht oder, im Idealfall, aus dem Sylter Laden von Johannes King – aber weiter oben an der Strandpromenade wartet nur das Fischbrötchen auf seine Anhänger. Wichtig! Drüben an der Ostsee haben sie im Mai sogar einen Weltfischbrötchentag. Daran lässt sich viel falsch und wenig richtig machen. Am wichtigsten ist wohl das Brötchen selbst, das knusprig, aber nicht hart, drinnen weich, aber nicht zäh sein soll.

Meine Wahl fürs Innenleben wäre ganz klar ein Matjesfilet erster Qualität, zart, nicht zu salzig, selbstverständlich mit Zwiebeln und, na gut, dem rituellen Salatblatt. Butter, na ja, aber bitte nicht zu viel. Andere schwören auf den sauren Bismarckhering, den ich in diesem Zusammenhang für einen Missgriff halte, oder sie ordern das Brötchen sogar mit Backfisch, was gar nicht geht, zumal, wenn auf den Seiten auch noch Remoulade oder so was rauskleckert. Denn da sind wir schon fast beim Krabbenbrötchen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Bernd Matthies

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