Die Kugel ist ein Wunderwerk

Seite 2 von 3
Kugeliges Essen : Jetzt geht es rund
von
Eine Tomate.
Eine Tomate.fotolia

Kurzum, die Kugel ist ein Wunderwerk, von Natur oder Menschenhand geformt. Sie kann sogar laufen ohne Beine, das weiß jedes Kind. Weshalb Ball nach Mama und Papa eins der ersten Wörter ist, das einem glatt über die Zunge rollt. Mit dem Ball wird man groß, Murmel, Fußball, Minigolf, Tennisball, Volleyball ... Bällchen steckt man sich dauernd in den Mund. Liebesperlen im Milchfläschchen haben wir Kinder uns von der Schluckerbude geholt, bunte Kaugummikugeln aus dem Automaten gezogen, die runden Pralinen der Mutter überlassen, das Eis kugelweise geschleckt.

Wobei es in seinem Mutterland interessanterweise flach in die Waffel kommt. Warum es in Italien gespachtelt wird, dafür hat Daniela Teuber eine einfache Erklärung: „Dort ist es weicher, cremiger, liegt bei minus 14 Grad in der Vitrine. Bei uns sind es in der Regel minus 16.“ Seit die Absolventin der Gelato-Universität Bologna ihre eigene Diele „Mos Eisley“ in Neukölln eröffnet hat, weiß sie nur zu gut, dass Kugel nicht gleich Kugel ist. Sie spürt es in den Armen. Denn Frucht-Sorbet ist viel luftiger als das feste Schoko-Eis mit Kuvertüre, „da braucht man schon ganz schön viel Kraft“. Auch wenn sie immer denselben Portionierer benutzt: Weil sie mit so viel Schwung durchs Sorbet fährt, werden auch die Kugeln größer.

Dass die runden Dinger sich von allein fortbewegen, kann allerdings zum Problem werden. Bei der Erbse zum Beispiel. Wie soll man die heil vom Teller in den Mund kriegen? Einzeln aufspießen? Auf die Gabel schaufeln? Dann kullern sie garantiert runter. Am besten transportiert man sie auf Kartoffelbrei gebettet.

Nur in den seltensten Fällen wachsen die Bällchen, wie Johannisbeeren oder Kirschtomaten, an Sträuchern und Bäumen. In der Regel muss der Mensch nachhelfen. Eigentlich müsste die Kugel schweben, um ihre perfekte Form zu wahren, aber das schafft nur die Seifenblase, und die zerplatzt. Einen Kartoffelkloß halb und halb kriegt man noch ziemlich glatt hin, auch das Fleischklößchen, selbst wenn es ein raueres Äußeres hat, ist erkennbar rund. Kartoffel- und Fleischmasse lassen sich gut mit den Händen formen, natürlich mit dem nötigen Klebstoff, eingeweichtem Brot, Mehl und Ei. Für Dieter Frölich ist die Bindung überhaupt das Grundprinzip des Knödels – „ohne sie existiert er nicht. Da die Bindungskraft der verschiedenen Zutaten stets variiert, bereite man immer einen Probekloß.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben