Kulinarische BÜCHER : Von A wie Aal bis Z wie Zyperwurz

Das Appetitlexikon.

Historisch, aber immer noch aktuell
Historisch, aber immer noch aktuellFoto: Tsp repro

Manchmal möchte man nur noch wegrennen vor der Flut an Kochbüchern, die den Markt überschwappen, immer den Trends hinterher. Die wenigsten haben auch nur ein paar Jahre Bestand. Mehr als ein Jahrhundert, das ist eine echte Rarität. Namens „Appetit-Lexikon“. Hinter dem schlichten Titel verbirgt sich ein hinreißendes Nachschlagewerk, in dem man zum Beispiel erfährt, dass die Ägypter den Aal („Süßwasserfisch von ungemein guter Lebensart“) vergötterten, dass man sich in Norddeutschland nicht betrinkt, sondern bekümmelt, und der Meerrettich mit der Brunnenkresse „verschwägert“ ist. Robert Habs und Leopold Rosner beherrschen den Schmäh, mit größtem Vergnügen blättert man immer wieder in dem 1894 in Wien erschienenen Lexikon. Wer glaubt, die Globalisierung sei eine Erfindung unserer Zeit, wird von dem Duo eines Besseren belehrt, hinter fast jedem Schlagwort steckt eine halbe Weltreise. Man lernt zwar nicht kochen mit diesem vergnüglichen Buch, aber klug genießen. kip

— Robert Habs, Leopold Rosner: Appetitlexikon. Ein alphabetisches Nachschlagebuch über Speisen und Getränke. Zugleich Ergänzung eines jeden Kochbuchs. Insel Verlag, 511 Seiten, 15 Euro.

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