Rezepte für Halloween : Kürbis ist nicht nur als Suppe gut

Am Donnerstag ist Halloween. Da weiß der Kürbis: Jetzt werde ich zum Gruselgesicht! Man kann die runden Dinger aber auch essen – drei Rezepte.

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Exzentrisches Super-Talent: der Kürbis.
Exzentrisches Super-Talent: der Kürbis.Foto: Malyshchyts Viktar Fotolia

Diese elenden Exzentriker! Spielen sich mittels Signalfarbe, Form und Größe gnadenlos in den Vordergrund – und lassen sich dann noch nicht mal kleinkriegen. Eigentlich passen diese Dinger besser auf jede „Supertalent“-Bühne als in den Biomarkt.

Warum also erliegen die Menschen dem Kürbis jeden Herbst aufs Neue? Dem eitlen und widerspenstigen Großonkel unserer braven Zucchini? Wahrscheinlich einfach aus Gewohnheit.

Bunter Oktober plus nebliger November gleich Kürbissuppe. Ein saisonales Phänomen, das nur der Spargel übertrumpfen kann. Doch für Spargel gibt es inzwischen so viele schmackhafte Auswege aus der Sauce-Hollandaise-Falle, die ins Alltagskochbuch übergegangen sind. Nicht so für Kürbis.

Vielen Laien gerät die Kürbissuppe oft zu sämig und zu dickflüssig. Sie wird verzweifelt verdünnt und nachgewürzt. Schließlich landen zwei Drittel in der Tiefkühltruhe. „Es ist noch Suppe da!“, sang Jupp Schmitz 1969. „Wer hat noch nicht, wer will noch mal?“ Und obenauf liegen stets ein paar traurige Kerne.

Dabei kann man aus dem orangefarbenen Fruchtfleisch so viel mehr machen. Vier goldene Regeln gilt es dabei zu beachten:

Erstens:

Diese Riesenteile, Curcubita maxima, eignen sich am besten als Dekoration für Halloween – oder, in Ringform – als Schwimmreifen für Kinder. Das schreibt Evelyne Bloch-Dano in ihrer Gemüsekulturgeschichte „Die Sehnsucht im Herzen der Artischocke“. Im Alten Rom dienten ausgehöhlte Kürbisse auch als Vogelkäfige oder Musikinstrument.

Wer kochen statt Gruselfratzen schneiden will, greift lieber zum sehr viel kleineren Hokkaido, einer japanischen Züchtung, oder zum von außen graubräunlichen Flaschenkürbis, auch „Butternuss“ genannt. Niemand muss einen Wagen bei „Robben & Wientjes“ reservieren, wenn Kürbis auf dem Speiseplan steht.

Zweitens:

Wer das Ding erst mal eine knappe Stunde in den heißen Ofen stellt, wird es mit dem Schneiden anschließend sehr viel einfacher haben. Ansonsten empfiehlt Alexis Zweifler vom Messergeschäft „Holzapfel“ (Bergmannstraße 25) das Franz-Güde-Brotmesser. Das 32 Zentimeter lange „Kurzschwert“ vom Erfinder des Wellenschliffs (155 Euro) lasse sich einhändig bedienen. Das Portemonnaie ist dann zwar fast leer, aber immerhin ist jetzt eine Hand zum Festhalten des Kürbis’ frei.

Drittens:

Warum nicht wieder mal Essbares einlagern? Die Megabeere (ja, der Kürbis gehört, im Gegensatz etwa zur Erdbeere, zu dieser Gattung) hält sich mit Stiel locker einige Wochen an einem trockenen Ort.

Viertens:

Madonna sagte neulich anlässlich der Eröffnung des Fitnessstudios „Hard Candy“ in Zehlendorf, wer Erfolge sehen wolle, müsse seine Wohlfühlzone verlassen. Übertragen auf die Kürbisküche heißt das: Klar dauert es ein bisschen, bis man die Gewürze (Za’atar wird auch als „Ysop“ verkauft) für Ottolenghis und Tamimis Rezept aufgetrieben hat. Doch immer bloß Ingwer für die Suppe raspeln ist öde.

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