UNSERE BESTEN : Französischer Käse in Berlin

In Berlin gibt es einen einzigen Feinkostladen, der seinen Käse von Philippe Alléosse bezieht: „La Crémerie“ in Charlottenburg. Inhaber Dan Zahareanu war eigentlich Marketingexperte bei einem Kosmetikunternehmen. Der 44-Jährige hat lange im Ausland gelebt, auch in Paris, bis es ihn zurück nach Berlin zog und er im Jahr 2010 einen französischen Feinkostladen in Charlottenburg aufmachte – auch, um den Käse, den er immer aus Frankreich mitbringen musste, endlich vor Ort zu haben.

„Käse ist in Deutschland eine Nische“, sagt Zahareanu. „Wenn man welchen anbietet, muss es einer vom Affineur sein, Ware eben, die man anderswo nicht bekommt.“

Alle zwei Wochen bestellt Zahareanu bei Alléosse den Großteil seines Käses, wenige Tage später trifft die Ware in Berlin ein. In Zahareanus Augen ist Alléosse ein Künstler: „Ich habe seinen Keller gesehen, habe gekostet und war begeistert.“

Zahareanu hat rund 70 Käsesorten im Angebot, je nach Saison sind etwa 50 in der Auslage vorrätig. Deutschland ist, wie er sagt, „kein Käseland“. Für viele beginne Käse mit Gouda, „und bei Emmentaler hört es auch schon wieder auf“. Deswegen lässt der Händler seine Kunden alles probieren.

Mindestens einmal im Monat bietet Zahareanu außerdem thematische Weinverkostungen an, wo zum Wein passender Käse und Wurstwaren gereicht werden. Er kombiniert dann beispielsweise korsische Weine mit korsischem Käse, Wildschweinsalami und Bergschinken.

Die Wahl Charlottenburgs war durchaus strategisch. In Mitte seien die Leute zwar hip und jung und an Genuss interessiert, sagt Zahareanu, „aber sie gehen eher aus und kaufen weniger Käse, um ihn zu Hause zu essen.“ Und in der Gegend um den Stuttgarter Platz, in der schon italienische, österreichische und selbst englische Feinkostenläden ansässig sind, fehlte noch der Franzose. Diese Lücke ist jetzt geschlossen.

„La Crémerie“, Windscheidstraße 22, Telefon 63 37 29 21. Täglich von 11 bis 20 Uhr, samstags bis 16 Uhr.

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