Essen & Trinken : Volksbühne

„Josi“ Meyer, Köchin (r.) Foto: Thilo Rückeis
„Josi“ Meyer, Köchin (r.)Foto: Thilo Rückeis

„Josi“ Meyer, Köchin: „Wir bieten deutsche Küche, wie bei Muttern. Ich bin für die Suppen zuständig. Meine Waltraud ist legendär. Da weiß jeder: Wenn Waltraud auf der Karte steht, dann ist das die klassische Hühnersuppe. Wir haben zwei verschiedene: eine cremige mit Curry und die klassische. Damit unsere Gäste die auseinanderhalten können, haben wir gesagt: Die eine heißt Waltraud und die andere Gisela. Zu den Endproben ist eine Angespanntheit im ganzen Haus. Da muss man schnell sein und die Befindlichkeiten genau kennen: Wie der seinen großen Milchkaffee haben will, nicht so viel Schaum oder mit viel Kakao, der nächste gar keinen Kakao. Das musste wissen, ansonsten gehste hier unter. Und wenn jemand ein Schnüpperken hat, mache ich ihm ’nen Ingwertee.“

Andreas Speichert, Bühnenmeister: „Es gibt ein paar Leute, die wohnen um die Ecke, die sind auch abends da. Wo wir denken: Wer ist das? Wie bei ‚Herr Lehmann‘: Man kennt alle am Tresen, weiß zwar nicht, was die machen, aber man grüßt sie. Wie sich Mitte und Prenzlauer Berg verändert haben, so haben sich auch die Leute in der Kantine verändert. Früher waren mehr Ältere hier, die sind langsam weg, weil es nicht mehr so viele alte Menschen im Dreh gibt. Die Kantine hat noch Charme, ich finde es schön, dass sie so alt aussieht. Im Gegensatz zu vielen anderen Theatern sitzen die Techniker mit den Schauspielern zusammen am Tisch. Über das Rauchverbot bin ich froh. Wir hatten mal einen Kollegen, dessen Frühstück bestand aus einer Zigarre, zwei Stücken Käse und einem Bier. Mittags war die Hütte blau, das war eklig.“

Adresse: Linienstraße 227

Öffnungszeiten: Mo-So 8-0

Ein Essen kostet höchstens: 4,60 Euro

In drei Worten: Kneipencharme, verlebt, schummrig

Besonderheit: für jedermann bespielbares Klavier

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