Von der HAND in den MUND : EsS-Bahn -Tegel

Currywurst in der S-Bahn.

Von irte Fuchs
Eine Currywurst zum Abschied am Flughafen Tegel
Eine Currywurst zum Abschied am Flughafen TegelFoto: Daniel Bockwoldt, picture alliance / dpa

Manchmal kommt jemand rein und denkt, die Bahn fährt gleich los. Da kann er lange warten, denn hier wird nicht gefahren, hier wird nur gebrutzelt: Original Berliner Currywurst in einer original Berliner S-Bahn am Flughafen Tegel. So klischeehaft das erst mal klingen mag – an diesem Ort, den die Ketten-Gastronomie beherrscht, ist es das originellste Angebot.

Was sie ausmacht, seine Currywurst, verrät Jörg Rösemeier, einer der Geschäftsführer der „EsS-Bahn“, natürlich nicht. Das Rezept der Sauce bleibt das ewige Geheimnis. Aber bis sie „fruchtig und feinwürzig“ war, hatten die Betreiber sich durch diverse Imbissbuden probiert. Nur so viel sei verraten: „Alles ist frisch und nach Berliner Urrezept“. Was immer das heißt. Der Ketchup wird selbst gemacht, die Wurst kommt von einem Schlachter aus der Region. Ohne Darm schwimmt sie im Fett, bis sie knusprig ist.

Pommes im Triebwagen von 1920

Auf Holzbänken sitzen Geschäftsleute, Flughafenpersonal und Touristen, vor sich Pappteller mit Wurststücken in reichlich Sauce, dazu Pommes und Cola, das Menu zu 6,90 Euro, der Klassiker. Die Pommes sind knusprig, die Wurst selbst etwas lasch. Wer’s scharf will, nehme „Chili“, für mehr Würze gibt es Zwiebeln . Die „abgefahrenste Currywurst Berlins“ ist sie nicht wirklich, kann sich aber mit der von „Konnopke“ messen.

Der Waggon 475 079-0 steht hier seit 16 Jahren. Ein alter Triebwagen von 1920, außen cremefarben mit bordeauxroten Streifen, innen Holz. In den Werberahmen hängen historische Fotos und der Netzfahrplan von 1945. Ein ganzer Zug davon stand vor dem Flughafen, als dieser 1999 umgebaut wurde. Er diente Monteuren als Notunterkunft, es gab Essbuden und Läden. Dann war die Halle fertig und die Bahn nutzlos. Rösemeier und seine Partner, die mit Leysieffer bereits in der Gastronomie am Flughafen mitmischten, wollten einen Wagen behalten. Bei einem Sixpack Bier kam die Idee: Die Currywurst in der S-Bahn soll das erste sein, was Besucher von Berlin sehen. Und dafür stehen diese heute Schlange, in Tegel, aber auch Stuttgart und Shanghai. Fünf weitere Waggons warten auf ihren Einsatz. Der neue BER will die Curry auf Schienen nicht.


Adresse  Flughafen Tegel, 13405 Berlin-Tegel, Terminal A (Außenbereich), Telefon 030 /4101 44 41

Geöffnet  Mo-So 8-20 Uhr

Im Netz  woellhaf-airport.de/marken-ueberblick/ess-bahn/

Interessanter Nachbar  My smart break, Terminal B und C

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