Von der HAND in den MUND : Korean Food Stories

Rotkraut mit Hühnerflügeln.

von
Abb.: Maria Wember

In der Luft liegt die angenehm kratzige Schärfe von angebratenem Ingwer. Auf dem Nachbartisch dampft es heiß aus schweren Schüsseln, durch die offene Küchentür kündigt ein sanftes „Bing“ ein weiteres fertiges Gericht an. Mittagszeit im „Korean Food Stories“.

Vor einem guten Jahr haben Maximilian und seine Freundin Helen das Lokal auf der Prenzlauer Allee eröffnet. Er stammt aus München, sie wuchs in Kanada auf, kennengelernt haben sie sich in jenem südostasiatischen Land, aus dem Helens Eltern stammen. Denen verdanke sie nicht nur die Liebe zum Essen, sondern auch viele Rezepte, nach denen sie heute kocht, sagt Helen.

„Wir machen koreanisches Essen – aber gesund“, umreißt sie die Geschäftsidee. Das heißt: Auf das in Asien allgegenwärtige Glutamat wird verzichtet, die Soßen werden selbst angerührt, um überflüssigen Zucker zu vermeiden, statt zu frittieren, wird gebacken.

Sechs Tische stehen in dem schmalen Raum. Platz für vielleicht 15 bis 20 Leute. Koreanische Zeitungen liegen aus, nicht jeder Stuhl passt zum anderen, Korblampen sorgen für warmes Licht. Gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. „Homemade food, homemade Möbel“, beschreibt Maximilian das Einrichtungskonzept.

Bestellt wird an dem aus Spanplatten gezimmerten Tresen. Weil frisch zubereitet wird, muss man danach ein bisschen Zeit mitbringen. Die Portion Kimchi für zwei Euro kommt nach einer knappen Viertelstunde im weißen Schälchen und ist super knackig und frisch – genau die richtige Mischung aus süß-sauer und scharf. Das Ingwer-Honig-Soda hätte stärker sein dürfen, erfrischt aber trotzdem.

Als am Nachbartisch wieder dampfende Bibimbaps serviert werden, die klassischen Reisgerichte mit Spiegelei und Fleisch oder Tofu, die das Rückgrat der fünf Hauptgerichte (4,95 bis 8,90 Euro) und drei Sandwiches (3,95 bis 4,95 Euro) umfassenden Speisekarte bilden, beschleicht einen kurz das Gefühl, vielleicht das Falsche bestellt zu haben. Doch das empfohlene Wochenspecial enttäuscht nicht. Das „Holiday Ginger Chicken“ ist eine reichlich bemessene Portion Rotkraut, Reis und zart gegarte Hühnerflügel. Alles ist angenehm süß, scharf und unfettig, was die koreanische Küche ja mitunter sein kann. Gerne wieder.



Adresse  Prenzlauer Allee 217, 10405 Berlin

Im Netz  koreanfoodstories.com

Telefon  0157/36375002

Geöffnet  Mo–Fr 12–20 Uhr

Interessanter Nachbar  Saint George’s English Bookshop, Wörther Str. 27

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