Von Tisch zu Tisch : Buchholz

04.12.2011 01:00 Uhrvon
  • Nach vierjähriger Bauzeit kann der Gutshof Schloss Britz wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
    Nach vierjähriger Bauzeit kann der Gutshof Schloss Britz wieder vollständig in Betrieb genommen werden. - Foto: Kitty Kleist-Heinrich
  • Der letzte Bauabschnitt bezog sich vor allem auf den ehemaligen Kuhstall, der aufwendig restauriert wurde. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
    Der letzte Bauabschnitt bezog sich vor allem auf den ehemaligen Kuhstall, der aufwendig restauriert wurde. - Foto: Kitty Kleist-Heinrich
  • Im "Schweizer Haus" befindet sich jetzt das Restaurant "Buchholz Gutshof Britz", ... Foto: Kitty Kleist-Heinrich
    Im "Schweizer Haus" befindet sich jetzt das Restaurant "Buchholz Gutshof Britz", ... - Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Gänsekeule mit Rot- und Grünkohl.

Einmal Sternekoch – immer Sternekoch? Es gibt nur wenige in der Branche, die ihren Ruf durch Müllwerbung und taube Sprüche permanent demolieren können und trotzdem noch als Große gelten; Sie kommen selbst auf die Namen, oder? Denn im Grunde gilt, dass überall dort, wo ein guter Name draufsteht, auch etwas drin sein muss, was diesem Namen angemessen ist.

Das heißt nicht, dass einer wie Matthias Buchholz, der mal für einen Stern und 18 Gault-Millau-Punkte gekocht hat, damit nun weitermachen muss, bis man ihn aus der Küche trägt. Ganz folgerichtig hat er eine Auszeit genommen und anschließend zum Amtsantritt im Gutshof Britz mitgeteilt, er werde fortan nur noch bodenständige Landhausküche kochen, ohne, Zitat, karierte Maiglöckchen und Teller-Ikebana.

Soweit okay. Nur steht draußen halt sein Name drauf, und damit ist der Weg in die Mittelmäßigkeit verboten, egal, wie das Konzept aussieht. Und das funktioniert leider im Moment noch überhaupt nicht. Ich habe hier kürzlich schon nach einem Mittagessen im Garten geschrieben, dass ich das Essen ziemlich gesichtslos und routinemäßig finde. Und diesen Eindruck hat nun auch ein Besuch in der ersten Etage bestätigt, wo es, ja: Gourmet-Menüs (?) gibt.

Der kleine Raum ist anheimelnd eingerichtet, lässt Gutes erwarten. Dann kommt die Karte, erste Enttäuschung: Nur sieben verschiedene Gerichte, verpackt in zwei Menüs, nichts Vegetarisches, überhaupt nichts, was man interessiert bestellen würde, weil es originell, persönlich klingt. Auf der Weinkarte: zwei offene, 13 Flaschenweine, nichts besonders Verlockendes. Mit Verlaub: Da bietet jedes Landgasthaus mehr. Auch die übrigen Indizien sprechen eine deutliche Sprache. Es gibt ein bisschen Brot mit Paprikacreme, kein Amuse gueule, der Wein wird in einen Edelstahlkühler ohne Eis gestellt, das Wasser bleibt ganz ungekühlt.

Service

Matthies war essen

Bernd Matthies kocht gern und isst noch lieber.
Große Menüs, kleine Fundsachen, nützliche Bücher, gastronomische Erlebnisse.
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