Von TISCH zu TISCH : Izakaya

Yakitori und Spicy Tuna.

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Hashi Izakaya Rosenthaler Str. 63, Mitte, geöffnet Montag bis Freitag ab 12 Uhr, Samstag und Sonntag ab 18 Uhr; Tel.: 67961459.
Hashi Izakaya Rosenthaler Str. 63, Mitte, geöffnet Montag bis Freitag ab 12 Uhr, Samstag und Sonntag ab 18 Uhr; Tel.: 67961459.

Von Weitem sieht das Hashi Izakaya aus wie eines von diesen gediegenen In-Restaurants, die immer wieder neu aufpoppen in Mitte. Es ist sehr zentral gelegen unter einem Frauenfitnessstudio. Auf den spartanischen Holzbänken auf der weiträumigen Terrasse saßen gut angezogene Ü-30er, und innen flackerten dezente Teelichter einem Himmel entgegen, der voller Mikadostäbe hängt. Das Interieur ist asiatisch dunkel gehalten. In der offenen Showküche werkelten eine ganze Reihe von Köchen herum an einem Konzept, das mich auf Anhieb etwas erstaunt hat. Hier soll es nämlich als besondere Attraktion japanische Tapas geben. Und ich dachte bisher doch immer, die hießen Sushi!

Der Auftakt war dann leider ein bisschen laff. Es gab japanisches Wurzelgemüse, allerdings noch aus der Vorspeisenabteilung. Das Schüsselchen mit Wurzelscheiben und -stäben stand etwas unvermittelt auf dem Tisch, das Gemüse schmeckte leicht säuerlich, war aber gar nicht irgendwie aufregend gewürzt (2,90 Euro). Besser gefiel uns der Shrimp Avocado Salad mit kräftigem orangerotem Ingwerdressing, die Eisbergblätter waren grün und knackig, die Shrimps rosig und die Avocadowürfel extrem sparsam dosiert. Dafür gab’s noch japanische Chips oben drüber (4,90 Euro).

Höchste Zeit für die Tapas.

Das flambierte, eingelegte Makrelenfilet war in stäbchengerechte Häppchen aufgeschnitten und lagerte auf einem großen grünen Blatt, umgeben von Zitrus-Sojasauce. Konnte man essen, aber noch mal müsste ich das nicht haben (6,90 Euro). Besser war dann schon „Spicy Tuna“. Das muss man sich vorstellen wie so eine Art Thunfischtatar mit Zwiebeln in scharfer Mayonnaise auf drei frittierten Reisplätzchen angerichtet (5,90 Euro). Auch die frittierten Oktopus-Bällchen mit einer kleinen Malerei aus der hausgemachten Mayonnaise oben auf dem äußeren Teigmantel schmeckten ganz gut, innen waren sie rund um den Tintenfischkern soßig weich (4,90). Besonders die verschieden gewürzten Rindfleischspießchen hätten aber gern zarter und saftiger sein dürfen (3,90 Euro). Ganz ordentlich, wenngleich ebenfalls ein bisschen zäh, schmeckte der gegrillte Tintenfisch mit einer sehr dezenten Ingwer-Sojasauce und einem Tupfer, man rät es jetzt schon, der hausgemachten Mayonnaise (6,90 Euro).

Als Dessert probierten wir das Sesameis, das eine seltsame gräuliche Farbe hatte, oder war das nur das Licht? Die versprochenen Früchte dazu bestanden aus zwei Erdbeerhälften und drei Kiwischeiben, aber dafür gab es immerhin noch einen Tupfer Sahne dazu (3,90 Euro).

Der Service war um Freundlichkeit sehr bemüht, aber Kompetenz sieht anders aus. Es ging nicht schnell und manche Info, die wir gern gehabt hätten, scheiterte an Verständigungsproblemen. Ob das der Chef war, der zwischendurch mal ganz cool auf dem Sedgeway hereingedüst kam und dann, das Gerät lässig im Gastraum zurücklassend, hinter einer Tür verschwand? Vielleicht würde es sich für ihn lohnen, den Kellnern zu erklären, wie man effizient serviert. Zum Beispiel ist es bei so kleinen Tischen immer empfehlenswert, erst das gebrauchte Geschirr abzuräumen und dann die neuen Speisen aufzutragen.

Zu trinken gibt es eine solide kleine Auswahl offener Weine, auch einen ganz ordentlichen Prosecco. Wir probierten erst das japanische Bier und waren ganz gerührt, dass wir auf Nachfrage sogar Gläser dazu bekamen, sogar solche, auf denen der Name des Bieres, Kirin, draufstand (3,50 Euro). Und als wir zum chinesischen Bier überwechselten, gab es die Tsingtao-Gläser sogar ganz unaufgefordert und freiwillig dazu.

Kann sein, dass hier noch mit Qualitätssprüngen zu rechnen ist, die Karte sei noch provisorisch, hieß es, und dass noch geübt wird, war ja auch deutlich erkennbar. Ganz so preiswert, wie die kleinen Einzelpreise vermuten lassen, ist es am Ende dann doch nicht, denn natürlich addiert es sich, wenn man von vielen kleinen Dingen etwas probiert. Genau: Das gute, alte Tapasprinzip in der japanischen Übersetzung.

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