• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Von TISCH zu TISCH : Restaurant Z

15.01.2012 00:00 Uhrvon
Restaurant Z, Friesenstraße 12, Kreuzberg, Tel. 692271, geöffnet täglich ab 17 Uhr.Bild vergrößern
Restaurant Z, Friesenstraße 12, Kreuzberg, Tel. 692271, geöffnet täglich ab 17 Uhr.

Nicht Z wie Zaziki, sondern Z wie Zoi gleich Leben: Der Name des Restaurants ist inspiriert von dem berühmten gleichnamigen Film von Constantin Costa-Gavras. Ob der Besuch im Restaurant "Z" seinerseits zu Lobeshymnen inspriert lesen Sie hier.

Es lässt sich angenehm Zeit verbringen in dem geräumigen Eckrestaurant mit verschiedenen Nischen und einem verglasten, etwas erhöhten Nebenraum. Rot umrahmte Backsteinwände zu grünen Stühlen schaffen eine warme, gemütliche Atmosphäre. Auf den rot-weißen Tischdecken brennen Kerzen, und ein hochmoderner Weinschrank an der Seite kündet davon, dass man dieses Thema hier erfreulich ernst nimmt. Tatsächlich ist die Weinkarte vergleichsweise umfangreich und gibt interessante Einblicke in das Schaffen moderner griechischer Winzer. Wer Qualitätsweine privater Weingüter kennenlernen will oder rote und weiße Flaschenweine kleiner Winzer, ist hier genau richtig.

Wir probierten aus der Kollektion der Chefempfehlungen einen Vin de Crete, einen fruchtig leichten Wein aus der Vilana-Traube, der gut zum Essen passte (16 Euro). Was noch fehlt, ist griechischer Sekt. Noch greifen sie hier auf italienischen Prosecco (4 Euro) zurück. Aber warum soll Griechenland nicht unter anderem irgendwann auch an eigenen Kultgetränken genesen?

Obwohl das Lokal bis auf den letzten Platz besetzt war, dauerte es nicht lange, bis ein Korb mit knusperfrischem, warmem Brot auf dem Tisch stand. Dazu gab es einen Teller mit exzellentem, kalt gepresstem Olivenöl und Pfeffer. Das Serviceteam agiert schnell und konzentriert.

Der Kellner empfahl, die Platte mit gemischten kalten und warmen Vorspeisen nur einmal für zwei Personen zu bestellen. Sein Kollege, der fast erstaunt den fast leer gegessenen Teller wieder abräumte, wies uns freundlich darauf hin, dass die Anzahl der Personen, für die er konzipiert ist, nirgends in der Karte stehe. Eigentlich sei er nämlich auch für zwei schon zu viel. Egal wie, die Vorspeisen offenbaren aufs Erfreulichste, dass sich hier zur Quantität ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Qualität von Grundprodukten gesellt. Wo hat man das schon, ein Restaurant, in dem sich Gourmands und Gourmets gleichermaßen wohl fühlen können?

Es gab zwei Teigtaschen, eine mit Spinat, eine mit Schafskäse gefüllt, beide kross und gut. Eine Kugel Schafskäse war schön angeschärft mit Chili, Knoblauch und Peperoni. Auch Zaziki schmeckt hier besonders fein mit Schmand und Dill. Dazu passten zwei glänzende, gefüllte Weinblätter. Die entkernten schwarzen Oliven gefielen uns ebenfalls gut. Eine geheimnisvolle Kräutermarinade hatte sie superzart gemacht. Besonders appetitlich wirkte auch die arabisch inspirierte Kugel aus passierten Kichererbsen mit Kumin, Humus. Riesenbohnen in Tomatensoße gehören zu den Klassikern, hier waren sie wahrhaft gigantisch. Gefallen hat uns auch der dampfende Spinat und das Pfannengemüse in Tomatensauce mit Auberginen, Möhren, Kartoffeln und Zucchini. Am Preis-Leistungs-Verhältnis hätten selbst notorische Nörgler nichts zu meckern gefunden (14 Euro).

Das galt auch für den Schweinenacken vom Drehspieß in der „Mikros“-Variante. Dass mit Grünfutter gepäppelte Neuzeller Bauernschweine artgerecht gehalten werden, schmeckt man eben auch und wünscht sich, es gäbe nur noch diese Art von Fleisch. Mini-Gyros wurde geadelt durch ein köstliches, wenngleich eher französisches Kartoffelgratin als Beilage. Dazu gab es Salat aus verschiedenen Blatt- und Gemüsesorten (9 Euro). Leider gehörte zur gar nicht so minimalen Gyros-Variante überhaupt kein Zaziki, dabei würde das die elegante Kartoffelbeilage jederzeit wunderbar ersetzen. Das Salatbouquet, auf dem die kross und gut gebratenen Sardellen ruhten, war tadellos frisch und knackig. Dazu passte der trockene Basmatireis (11 Euro).

Kein Tisch blieb lange leer. Die Familie am Nachbartisch ließ sich souverän die Reste einpacken, denn die Portionen sind von luxuriöser Großzügigkeit. Schade eigentlich um den Nachtisch, zum Beispiel Tiramisu, nach Eigenaussage „besser als beim Italiener“. Glauben wir gerne, zum Überprüfen reichte die Kapazität nicht mehr.

Service

Matthies war essen

Bernd Matthies kocht gern und isst noch lieber.
Große Menüs, kleine Fundsachen, nützliche Bücher, gastronomische Erlebnisse.
Foto:

Wissen, wo es am besten schmeckt - mit der zitty-Gastrosuche

Zur Gastrosuche

Tagesspiegel twittert

Empfehlungen bei Facebook

Unser HTML/CSS Widget (statisch)

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Foto:

Leckere und ausgefallene Rezepte und die Tipps und Tricks der Berliner Spitzenköche zum Nachlesen.

Rezepte

Weitere Themen