Weine des Monats : Frênette und Paleokastra

Frankreich und Griechenland sind diesmal die Heimatländer der edlen Tropfen.

von

FRANZÖSISCHER JURA

Champagner des Waldes

Keine Frage: Frankreich ist das Land der Weintrinker. Und trotz der nach Italien weltweit größten Produktionsmenge lässt der Markt immer noch genug Raum für Spezialitäten und Nischenprodukte, sogar solche, die nur auf den ersten Blick wie Wein aussehen. Ein solches Produkt ist der Frênette, der nur in der Region Jura hergestellt wird – und aus vergorenen jungen Blättern der Esche stammt. Diese Blätter sind häufig mit einem weißen Flaum versehen, der den Bauern als natürliche Hefe dient und die alkoholische Gärung anregt. Das Ergebnis ist ein Getränk, das durchaus an Cidre erinnert, aber auch Aromen von frisch gehobeltem Holz und exotischen Gewürzen zu bieten hat. am Gaumen zeigen sich frühlingshafteNoten von Akazien und Brennnesseln, schließlich betont herbe Noten, die an Bier erinnern. Die leichte, feine Perlage macht klar, weshalb die Anhänger dieses Getränks gern vom „Champagner des Waldes“ sprechen. Durch den Alkoholgehalt von nur 4 Prozent eignet es sich allerdings viel besser als Durstlöscher. Wer es nicht so markant schätzt, der sollte etwas „Creme de cerises“, Kirschlikör aus der Franche-Comté, hinzufügen. Die Flasche Frênette kostet 4,50 Euro bei Welt der Weine in der Winsstr.17 in Prenzlauer Berg.

MITTELGRIECHENLAND

Bio-Weißwein aus typischen Reben

Griechenland hat in den letzten Monaten fast nur schlechte Nachrichten produziert. Unter der Ablehnung, die vor allem den griechischen Politikern international entgegenschlägt, leiden auch die Winzer, die am allerwenigsten für die Lage ihres Landes können. Sie haben sich in den letzten Jahren qualitativ immer weiter steigern können und gezeigt, dass es bei ihnen bedeutend Besseres gibt als Retsina & Co. Vor allen die autochthonen Rebsorten machen den eigenen Charakter der griechischen Weine aus. Rund um den Ort Megaplatanos in der Region Böotien, hundert Kilometer nordwestlich von Athen, gab es zwar schon zu Homers Zeiten Wein, doch die kalkhaltigen Böden lagen brach, bis die Brüder Karadimas 1998 neue, hoch gelegene Rebanlagen pflanzten und dabei vor allem auf die traditionellen griechischen Sorten setzten. Ihr weißer, biologisch angebauter Paleokastra – der Name erinnert an eine historische Burganlage – stammt aus den Malagousia und Assyrtiko, eine gelungene Cuvée, die bemerkenswertes Trinkvergnügen bereitet, floral-kräuterbetont in der Nase, saftig und doch leicht am Gaumen. Die Flasche kostet 7,40 Euro bei Christos Tziolis in der Weinhandlung Cava, Schustehrusstr.20 in Charlottenburg.

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