Welt : Europa: Noch keine Infektion

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Dass die Vogelgrippe aus Ostasien auf Tiere in Deutschland und Europa übergreifen könnte, halten Wissenschaftler für unwahrscheinlich. „Natürlich kann das nicht völlig ausgeschlossen werden“, sagt Professor Ulrich Neumann, GeflügelExperte an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, „aber bisher gibt es keine Anzeichen dafür.“ Lobend äußert sich der Veterinär über die Reaktion der EU. „Alles was von der Politik getan werden musste, wurde getan“, meint Neumann und verweist auf den Importstopp für Geflügelprodukte aus Vietnam und Thailand.

Das Einfuhrverbot sei ein „wirksames Mittel“ gegen die Krankheit – und von der EU rechtzeitig verhängt worden. „Ich glaube nicht, dass sich Vögel in Europa schon vorher angesteckt haben. Das hätten wir bemerkt.“ Käme es dennoch zu einem Übergreifen der Vogelgrippe, wäre es ausgerechnet die artgerechte Tierhaltung, die ein Ausbreiten der Krankheit begünstigen würde. Die Freilandhaltung, die in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt, könnte das Risiko einer Übertragung vergrößern. „Bei einer Offenhaltung sind die Tiere weniger abgeschirmt, als bei der Haltung in der Halle“, meint Neumann. Erreger jeglicher Art würden so leichter in landwirtschaftliche Betriebe eindringen. In Südostasien werden Hühner oft frei laufend in den Hinterhöfen der Städte gehalten.

Gefahr ginge aber nicht nur vom derzeit in Asien wütenden Virus H5N1 aus, sondern auch von Wildvögeln in Deutschland und anderen Ländern der EU. „Viele dieser Vögel tragen Erreger in sich, die ähnliche Formen der Vogelgrippe auslösen können, ohne aber selbst daran zu erkranken“, sagt Neumann. bj

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