Eurovision : Hoffen auf Lena

Wo ist denn nun der Eurovision-Austragungsort? Düsseldorf, Berlin, oder Hamburg? Entschieden ist noch nichts.

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Unser Star für Berlin. Oder für Düsseldorf? Entgegen anderslautender Meldungen hat der NDR sich noch für keinen Austragungsort des Eurovision Song Contests 2011 entschieden. Foto: dpa
Unser Star für Berlin. Oder für Düsseldorf? Entgegen anderslautender Meldungen hat der NDR sich noch für keinen Austragungsort des...Foto: dpa

Frühling in Berlin – ohne Lena? Die Frage, wo die diesjährige Gewinnerin des Eurovision Song Contest am 14. Mai 2011 ihren Titel verteidigt, ist für die Düsseldorfer Regionalausgabe der „Bild“-Zeitung bereits beantwortet. Das Blatt ist sich „zu 99 Prozent sicher“, dass der Grand Prix am Rhein stattfinden wird. Der „Berliner Kurier“ wiederum nahm diese Berichterstattung zum Anlass, den Senat hart anzugehen und fragt: „Hat Berlin den Grand Prix vermasselt?“

Düsseldorfer und Berliner sollten erst mal tief durchatmen. Hintergrund der Aufregung ist die Ankündigung des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Dirk Elbers (CDU), dass der Fußballklub Fortuna Düsseldorf für die letzten drei Heimspiele der Saison ins Paul-Janes-Stadion umziehen würde, falls die Stadt den Zuschlag bekommen sollte. Für den Wettbewerb wäre die Esprit-Arena vorgesehen, das Stammstadion des Zweitligisten. Das Janes-Stadion solle dafür eigens von 7200 auf mindestens 15 000 zweitligataugliche Plätze ausgebaut werden.

Nach den Vorgaben des NDR, des Veranstalters, muss der Austragungsort bereits sechs Wochen vor dem Wettbewerb für Aufbauten und Vorbereitungen zur Verfügung stehen.

Die CDU-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses nutzte die Meldungen prompt für ein bisschen Oppositionsrhetorik. Der rot-rote Senat müsse jetzt „alle Anstrengungen darauf ausrichten“, doch noch den Zuschlag für Berlin als Austragungsort des Musikwettbewerbs zu bekommen. Dafür müsse der Regierende Bürgermeister „werben und kämpfen“.

Doch so klar die Sache scheint und so zuversichtlich der Düsseldorfer Oberbürgermeister auftritt – die Bereitstellung eines geeigneten Veranstaltungsorts ist lediglich die Grundvoraussetzung, überhaupt als Grand-Prix-Standort infrage zu kommen. Ein Ausbau des Janes-Stadions müsste zudem erst von der Deutschen-Fußball-Liga genehmigt werden.

Neben Düsseldorf haben sich auch Berlin, Hamburg und Hannover als Ausrichter beworben. Die Entscheidung trifft der Veranstalter NDR gemeinsam mit der ARD und der European Broadcasting Union. „Die Entscheidung ist noch nicht getroffen. Es gibt noch keinen Vorschlag für eine Stadt“, sagt ARD-Sprecher Harald Dietz. Die zuständige Projektgruppe beim NDR habe sich die Konzepte der Bewerber angeschaut, dabei seien viele Aspekte zu berücksichtigen – etwa Akustik und Klimatisierung des Veranstaltungsortes und die zu erwartenden Kosten.

Auch der Berliner Senatssprecher Richard Meng, der in Sachen Grand Prix regelmäßigen Kontakt zum NDR hält, hat für die Boulevardmeldungen nur ein Wort übrig: „Gerüchte.“ „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das schon entschieden ist. Die Gespräche laufen noch – mit allen beteiligten Städten“, sagt Meng. Und gibt sich optimistisch: „Berlin ist absolut noch im Rennen. Wir wissen nicht, ob wir gewinnen – aber das ist bei jedem Rennen so.“ Die Entscheidung liege beim NDR.

Berlins Bewerbung sei jedenfalls „sehr vorweisbar“, sagte der Senatssprecher. Der stillgelegte Flughafen Tempelhof sei ein „besonderer Ort“ und als Austragungsort bestens geeignet. Meng erwartet eine offizielle Vorentscheidung in der kommenden Woche.

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