Welt : Evolution des Freiluftkochens

Nicht in Thüringen, sondern in Plymouth in den USA entsteht das weltweit erste Bratwurstmuseum PLYMOUTH (ddpADN).Zwar halten sich die Thüringer für die Bratwurst-Könige der Welt, aber rund um Tausende Bratroste und Wurstfabriken in jeder Ecke des Freistaates bieten sie nur wenig Hintergrundinformationen.Wer an wissenschaftlicher Aufarbeitung der Bratwurst-Geschichte interessiert ist, der kann schon bald nach Übersee reisen.In Plymouth im US-Bundesstaat Wisconsin, einem liebenswürdigem Nest an den Großen Seen, entsteht derzeit das erste Bratwurst-Museeum der Welt."Im nächsten Jahr soll alles fertig sein", verspricht Alan Pape, einer der Initiatoren. So wie sich die Thüringer für die einzig wahren Bratwurstbrater halten, sind die Leute um Plymouth, Kohler und Sheboygan von sich überzeugt und zumindest national unangefochten anerkannt.Die Gegend wurde vorrangig von Deutschen besiedelt, die ihre Traditionen samt Eßkultur mitbrachten.Auch Pape und sein Mitstreiter James Prange sind Deutschamerikaner in vierter Generation. Ein Gebäude für das künftige Museum, die "Brat Hall of Flame", haben sie bereits gekauft.Die leerstehende Möbelfabrik im Zentrum von Plymouth bietet drei Etagen und soll zu einem einzigartigen Brat-Zentrum ausgebaut werden.Vor dem Bau wird eine bronzene Bratwurst-Fontäne stehen, an einer Ruhmeswand sollen besondere Wurstmacher und -esser aus aller Welt verewigt werden.Dazu kommt ein Abenteuerspielplatz und ein Grillplatz für Familien.Das eigentliche Museum befindet sich in der ersten Etage.Präsentiert werden historische Grills, Bratzubehör und Informationen über die "Evolution des Freiluftkochens von prähistorischen Zeiten bis in die Gegenwart", samt einer Abhandlung über die verschiedenen Methoden, einen Grill anzuzünden."Daran ist schon so manche Familie zerbrochen - wahrscheinlich seit der Urzeit", meint Pape. In der zweiten Etage geht es im "Brat Restaurant" deftig zu.Ein Bratwurststand von 1940 versetzt Besucher in die "gute alte Zeit" zurück, als über Plymouth sechs Monate lang blauer Rauch wehte.Ein eigenes Bier mit dem Markennamen "Wurst Beer" ist ebenfalls geplant.In der dritten Etage wird eine "Miniature German Beer Hall" mit deutscher Musik und Polka eingerichtet.Große Fernsehbildschirme zeigen verschiedene Filme und Sketche mit Bratwurst-Themen.Die zwei selbsternannten "Brat Guys" (Bratkerle) Pape und Prange haben dazu einen Schaumstoffhut in Form eines Brötchens mit eingelegter Wurst entworfen. "Die Brat Hall of Flame wird das Mekka für Millionen Bratliebhaber werden", meint Pape.Zuvor muß aber noch genügend Geld eingefahren werden.Das Museum verkauft Anteilsscheine für 75 Cents je Anteil, 600 000 Dollar werden in der ersten Phase benötigt.Gouverneur Tommy Thompson schickte einen Werbebrief unterschrieben mit: "Wishing you all the Wurst!"

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