Experiment : "Mini-Mini-Erdbeben" am Nürburgring ausgelöst

Mit rhythmischem Hüpfen haben rund 50.000 Musikfans bei einem Freiluft-Konzert auf dem Nürburgring für eine Fernsehsendung messbare Schwingungen der Erdoberfläche ausgelöst.

Köln/NürburgringEin "Mini-Mini-Erdbeben" sei entstanden, teilte der Autor des Beitrags für die WDR-Wissenschaftssendung "Quarks & Co", Ulrich Grünewald, in Köln mit. Der Boden habe sich unmittelbar am Ort der Hüpf-Aktion in der Nacht zum Montag um ein zwanzigstel Millimeter bewegt, vier Schwingungen pro Sekunde seien gemessen worden. Wissenschaftler des Geoforschungszentrums (GFZ) hätten die Schwingungen auch noch in einem Kilometer Entfernung festgestellt.

Insgesamt seien die Erschütterungen jedoch weniger stark gewesen, als erwartet. Sogar die Bassgitarren hätten stärkere Schwingungen ausgelöst. Schuld daran seien "destruktive Interferenzen" erklärte Birgit Lühr vom GFZ im Gespräch mit dem "Spiegel". Weil die Teilnehmer nicht synchron landen, überlagern sich die Amplituden. Somit scheint das Gedankenexperiment widerlegt, wonach ein Erdbeben ausgelöst wird, wenn nur genügend Menschen gleichzeitig vom Tisch springen.

Möglich gemacht wurde die Aktion beim "Rock am Ring" Open Air am Nürburgring. Unter dem Motto "Science meets Pop" bei einem Konzert von "Wir sind Helden" sprangen mehrere zehntausend Fans zum Takt des Schlagzeugers. (mist mit dpa)

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