Welt : Experte: Kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Beben in der Türkei

Das jüngste Erdbeben in Griechenland steht nach Ansicht von Experten in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem verheerenden Beben in der Türkei vor rund drei Wochen. "Das Beben in Griechenland war kein Nachbeben, sondern ein völlig neues, separates Ereignis", betonte der Potsdamer Geophysiker Professor Jochen Zschau am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Kräfte, die bei den Beben in der Türkei und jetzt in Griechenland gewirkt hätten, seien aber die gleichen, sagte der Wissenschaftler am Geoforschungsinstitut Potsdam. Die afrikanische Platte bewege sich nordwärts. Daran hänge die arabische Platte, die sich noch schneller als der Rest Afrikas nach Norden schiebe. "Diese trifft dort, wo der Kaukasus aufgefaltet wird, auf den eurasischen Kontinent."

"Eine Folge ist, dass die Türkei nach Westen rausgequetscht wird", erklärte Zschau das Kräftespiel. Im Westen liege Griechenland und sei damit sozusagen im Wege. "Dadurch, dass die Türkei von Osten drückt, gibt es ein tektonisches Spannungsfeld." Das baue sich besonders im Raum der Ägäis auf. "Die kleine ägäische Platte wird nach Süd/Südwest gedrückt und reißt vom nördlichen Teil Europas ab." Dieses Abreißen sei immer mit Erdbeben verbunden, sagte der Forscher. "In der ganzen Region ist die Erde in Bewegung."

Weitere Erschütterungen in Griechenland seien in den kommenden Tagen und Wochen wahrscheinlich, warnte der Experte. "Jedes größere Ereignis hat Nachbeben. Ich kenne kein Ereignis, das keine Nachbeben hatte." In der Türkei habe das Hauptbeben einen Wert von 7,4 gehabt. "Das heißt, man muss mit Nachbeben der Stärke 5 bis 6 rechnen." So werde es voraussichtlich auch in Griechenland sein.

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