Experten raten : Ausstieg bei Facebook mit Fake-Profil vorbereiten

Facebook frisst viel Zeit - auch beim Löschen. Denn wer beim größten sozialen Netzwerk aussteigen möchte, sollte sein Profil erst einmal mit nutzlosen Daten anfüttern. Sonst kann man nie wirklich sicher sein, was auf den Servern zurückbleibt.

Der Ausstieg bei Facebook ist arbeitsintensiv.
Der Ausstieg bei Facebook ist arbeitsintensiv.Foto: Reuters

Wer Facebook für immer den Rücken kehren möchte, sollte strategisch vorgehen. Denn selbst gelöschte Konten blieben unter Umständen als sogenannte Schattenprofile mit allen Nutzerdaten auf den Servern gespeichert und könnten weiter für Werbezwecke eingesetzt werden, berichtet die Zeitschrift „PC Magazin“ (Ausgabe 12/13). Die Existenz von Schattenprofilen sei durch eine Software-Panne bei Facebook im Juni dieses Jahres bekanntgeworden, bei der eigentlich unveröffentlichte Kontaktinformationen von Millionen Mitgliedern an andere Nutzer weitergegeben wurden - darunter auch Kontakte von Profilen, die längst gelöscht waren.
Aussteiger sollten deshalb vor dem Löschen aus ihrem Profil ein völlig neues Profil mit falschen Angaben machen - und sich für den Prozess vier bis acht Wochen Zeit nehmen. Denn wer das Konto zu schnell umstrickt, riskiert den Angaben zufolge, dass die Änderungen nicht ins Schattenprofil übernommen werden und die Arbeit damit umsonst war, weil persönliche Informationen zurückbleiben.

Vor dem Ausstieg bei Facebook zuerst alle Freunde informieren


Zuerst sollte man Freunde über den geplanten Schritt informieren und alternative Kontaktdaten mit allen auszutauschen, die man nur über Facebook kennt, raten die Experten. Als Nächstes lädt man ein Backup all seiner Daten herunter. Dazu klickt man in den Kontoeinstellungen auf „Lade eine Kopie“ und dann „Archiv herunterladen“. Per Mail kommt dann ein Link zum Download der eigenen gesammelten Werke.
Als Nächstes empfiehlt es sich, alle Bilder zu entfernen, auf denen man zu sehen ist. Das funktioniert für die eigenen Fotos über die Foto-Rubrik der Chronik unter „Deine Fotos“. Bei Fotos anderer Mitglieder muss man anfragen, ob derjenige bereit ist, das jeweilige Bild zu löschen. Weigert sich jemand, kann man die Löschung bei Facebook beantragen, indem man beim Bild auf das Stiftsymbol oben rechts klickt und dann nacheinander „Markierung melden/Ist dies dein geistiges Eigentum?/Als Rechtsverstoß an Facebook melden“ klickt.
Auch ein neuer Name muss her. Er lässt sich in den Konteneinstellungen unter „Allgemein“ bearbeiten. Die Experten raten, einen Allerweltsnamen zu wählen - auch für den Facebook-Nutzernamen, der sonst dem normalen Namen entspricht. Anschließend sollten Netzwerkzugehörigkeiten, etwa zu Städten, Schulen oder Universitäten gelöscht werden, ebenso eventuell hinterlegte Telefonnummern. Auch das persönliche Nutzerbild muss ausgetauscht werden. Lizenzfreie Bilder von Menschen, die zu diesem Zweck genutzt werden können, finden sich den Angaben zufolge etwa unter www.morguefile.com.
Sicherheitshalber sollte man beim ausgewählten Bild aber trotzdem noch einmal die Lizenzbedingungen im Detail durchlesen.

Beim Facebook-Ausstieg echte durch falsche Freunde ersetzen


Nicht vergessen sollten Nutzer auch den Austausch der echten gegen neue falsche Freunde. Gelöscht werden können Facebook-Freunde, wenn man den Mauszeiger über das Freunde-Icon hält und dann das auftauchende „Als FreundIn entfernen“ anklickt. Etwa unter http://dpaq.de/e7Lu1 findet man dann Facebook-Gruppen, die sich gegenseitig wahllos als Freunde hinzufügen.
In der linken Chronik-Spalte müssen im nächsten Schritt alle echten „Gefällt mir“-Angaben unter „Andere/Mehr“ entfernt werden. Dann sollte man den Angaben zufolge wahllos neue Seiten, Filme, Musik und Persönlichkeiten hinzugefügt werden, die im „Gefällt mir“-Bereich vorgestellt werden.

Was Experten raten, bevor man bei Facebook aussteigt

Besondere Mühe gibt man sich am besten mit dem Aufräumen des Aktivitätenprotokolls, rät die Zeitschrift. Den Link zum Protokoll findet sich in der rechten unteren Ecke der Chronik-Titelseite.
Akribisch sollte man auch Kommentare und „Gefällt mir“-Bekundungen löschen, die man auf Seiten von Freunden hinterlassen hat. Gleiches gilt für Markierungen der eigenen Person in Beiträgen Dritter. Sonst sind Verbindungen selbst zu entfernten Freunden weiter nachvollziehbar. Ganz unten im Protokoll müssen dann noch Apps gelöscht werden, die Zugriff aufs Facebook-Konto haben.
Als zweitletzter Schritt muss noch die E-Mail-Adresse gelöscht werden, mit der man sich bei Facebook anmeldet. Die Experten empfehlen, sich zum Austausch eine temporäre Adresse bei einem Einweg-E-Mail-Dienst wie Guerillamail.com zu besorgen. Die fügt man bei Facebook als neue Adresse hinzu und klickt bei Guerillamail.com auf den Link in der Bestätigungs-E-Mail von Facebook. Anschließend kann die Einwegadresse bei Facebook als primäre E-Mail-Adresse markiert werden und alle anderen verknüpften echten Adressen, die man bisher genutzt hat, lassen sich löschen.


Am Ende stehen das eigentliche Deaktivieren und Löschen. Zur Deaktivierung geht man in den Einstellungen zu „Sicherheit/Aktive Siztungen/Deaktiviere mein Konto“. In den Hilfeseiten unter http://dpaq.de/VumDZ findet sich schließlich das Formular zum Löschen. Nachdem dieses abgeschickt wurde, befindet sich das Konto aber weiter noch zwei Wochen im Zustand der Deaktivierung. Der Fallstrick: Wer sich in dieser Zeit anmeldet, macht das Löschen wieder rückgängig. dpa

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