Welt : Explosion in Wiesbaden: Der Katastrophe entgangen

Bei einer Explosion in einer Wiesbadener Chemiefabrik und einem anschließenden Großbrand ist ein Sachschaden in Höhe von rund 100 Millionen Mark entstanden. Elf Menschen erlitten bei dem Unglück leichte Verletzungen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Erst nach rund zehnstündigen Löscharbeiten hatte die mit etwa 120 Mann ausgerückte Feuerwehr den Brand in der Produktions- und Lagerhalle der Firma Infra-Serv gelöscht. Dabei entging die hessische Landeshauptstadt offenbar nur knapp an einer Katastrophe: In unmittelbarer Nähe des Brandorts stehen Tanks mit explosiven Lösungsmitteln. Die Brandursache war noch unklar.

Zu der Explosion in der Fabrik für Kunstharze für die Druckfarbenindustrie war es gegen Mitternacht gekommen. Die bei dem Unglück Verletzten erlitten Reizungen der Atemwege, ein Werksmitarbeiter darüber hinaus auch Brandverletzungen. Fünf Verletzte waren am Freitag noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Nach Einschätzung der Feuerwehr wäre es unter "unglücklichen Umständen" in Wiesbaden zu einer Katastrophe gekommen. Die Tanks mit einigen tausend Litern explosiver Stoffe befänden sich in unmittelbarer Nähe des Brandorts. Während der Löscharbeiten seien die Tanks permanent gekühlt worden. Das betroffene Industriegebiet liegt etwa acht Kilometer von der Wiesbadener Innenstadt entfernt; die nächste Siedlung ist nur knapp einen Kilometer entfernt. Die 3600 Quadratmeter große Produktionshalle des Tochterunternehmens eines US-Chemiekonzerns wurde durch den Großbrand vollständig zerstört, eine nebenstehende 1000 Quadratmeter große Lagerhalle brannte teilweise aus. Da der Wind während des Großfeuers Rauchschwaden in Vororte im Osten Wiesbadens trieb, gab die Polizei in der Nacht Warnmeldungen an die Bevölkerung aus und forderte sie auf, Fenster und Türen verschlossen zu halten.

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