Explosion : Viele Tote nach Zugunglück in Italien

In der Hafenstadt Viareggio an der italienischen Westküste ist ein mit Flüssiggas beladener Bahnwaggon explodiert. Mindestens 14 Menschen kamen dabei ums Leben.

viareggio
Autos und Häuser in der Umgebung fingen Feuer. -Foto: dpa

ViareggioZuvor war von 15 Toten die Rede gewesen. Der italienische Zivilschutz korrigierte die Zahl jedoch auf zwölf. Zudem würden vier Menschen vermisst, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Aus noch ungeklärter Ursache war ein Güterzug kurz vor Mitternacht in der Nähe des Bahnhofs von Viareggio entgleist, einem Städtchen in der Nähe von Lucca. Ein Achsenbruch eines direkt hinter der Lokomotive fahrenden Flüssiggas-Güterwagens hat möglicherweise das Unglück verursacht. Wie italienische Medien berichteten, habe die Vorderachse eines Waggons bei der Durchfahrt des Zuges nachgegeben. Infolge des Schadens sei Gas ausgetreten, daraufhin habe es eine gewaltige Explosion gegeben.

Das von der Detonation ausgehende Feuer habe sich auf einer Straße ausgebreitet und mehrere Häuser in Brand gesetzt, teilten die Feuerwehren mit. Die Explosion habe "wie eine Bombe" gewirkt und im Umkreis von 300 Metern Schäden angerichtet. 36 Menschen hätten schwerste Brandverletzungen erlitten, 15 von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Viareggios Bürgermeister Luca Lunardini sprach von "apokalyptischen Szenen".

Einige bedrohte Häuser wurden evakuiert, mindestens fünf stürzten den ersten Informationen zufolge durch die Wucht der Explosion ein. Die Feuerwehren konnten drei Kleinkinder lebend aus den Trümmern bergen. Die Bilanz der Opfer ist laut Feuerwehr und Präfektur nur "provisorisch", da noch nach Verschütteten gesucht wird. Die Rettungsarbeiten würden dadurch erschwert, dass weitere Tankwaggons umgestürzt seien und zu explodieren drohten, hieß es.

Der aus Trecate kommende Zug mit insgesamt 14 Wagen sollte kurz hinter dem Bahnhof von Viareggio auf ein Nebengleis gefahren werden, als die Waggons entgleisten. Ersten Angaben zufolge gehören 13 Waggons der Deutschen Bahn. Eine Unternehmenssprecherin dementierte dies inzwischen. Ein weiteren Waggon rechnen die Ermittler der polnischen Bahngesellschaft Pkp zu. Dieser sei vermutlich explodiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. 300 Feuerwehrleute sind bei den Bergungsarbeiten im Einsatz.

ZEIT ONLINE, rf, dpa, Reuters

0 Kommentare

Neuester Kommentar