Welt : Explosive Mischung

Ammoniak-Gas setzt deutschen Frachter in Dänemark in Brand

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Aalborg/Hamburg (dpa). Drei Seeleute sind am Montag bei einer Explosion auf dem deutschen Frachter „Sierksdorf“ im dänischen Hafen Aalborg schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, sank das Schiff durch schnell eindringendes Wasser binnen weniger Stunden auf den Hafengrund. Die 88 Meter lange „Sierksdorf“ hatte den zur Zementherstellung eingesetzten Pulverstoff „Oxyton“ geladen. Die Polizei vermutete, dass das Pulver in Verbindung mit Wasser gekommen sei und dabei feuergefährliche Dämpfe entwickelt habe. Das im Laderaum gebildete Gas sei explodiert, als die Crew eine Ladeluke öffnete.

Der Chef des Zementherstellers Portland, Søren Vinther, erklärte, nur der frühe Zeitpunkt des Unglücks um 4 Uhr 30 in dem noch weitgehend menschenleeren Hafen habe weit schlimmere Folgen verhindert. Dass sich im Laderaum aus Oxyton, einem Abfallstoff der Produktion von Aludosen, offenbar Ammoniakdämpfe gebildet hätten, sei „völlig überraschend“. Der Geschäftsführer der Hamburger Reederei Meerpahl & Meyer, HansUwe Meyer, sagte, die genaue Ursache für das Unglück müsse noch untersucht werden. Es kam nach seinen Angaben zur Explosion, als etwa eine halbe Stunde nach Einlaufen des Schiffes in den Aalborger Hafen eine Ladeluke geöffnet wurde. Experten der Aufsichtsbehörde nahmen wenige Stunden nach dem Unglück ihre Untersuchungen am Schiff auf und verhörten den Kapitän sowie mehrere Besatzungsmitglieder.

Die drei schwer verletzten polnischen Seeleute hatten bei dem Unglück Knochenbrüche und Verbrennungen sowie in einem Fall auch eine Hirnblutung erlitten. Drei weitere polnische Seeleute wurden leicht verletzt. Der deutsche Kapitän kam mit dem Schrecken davon. Die Detonation war über eine Entfernung von 20 Kilometern zu hören und riss ein großes Loch in den Schiffsrumpf. Versuche, durch Abpumpen des einlaufenden Wassers das Sinken der „Sierksdorf“ zu verhindern, mussten aufgegeben werden. Am Ende blieb lediglich die Schiffsbrücke über dem Wasserspiegel.

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