Welt : Expo 2000: Der perfekte Sturm - im Kino und im Pavillon (Kommentar)

Arne Boecker

Das Duale System lässt in seinem Pavillon, "Cyclebowl" genannt, einen Tornado toben. Immer zur vollen Stunde schraubt er sich von unten hoch in die 22 Meter hohe Kuppel. Wenn die Mischung der von außen angesaugten Luft nicht stimmt, schrumpft die Schau jedoch zum lauen Lüftchen.

Das Windfest der Expo demonstriert heute gegen 22 Uhr 30, wie "The perfect storm" aussieht. Nach "Dancers in the dark" (mit Björk) ist dies die zweite Deutschlandpremiere, mit der die Expocineasten nach Hannover auf das Gelände zu locken sucht. Wolfgang Petersens Geschichte über eine Bootsmannschaft, die sich mitten in einem furchtbaren Sturm ans nackte Überleben klammert, wird von allen Kritikern vor allem dafür gelobt, mit welch gewaltiger Wirkung der Regisseur Wind zu machen versteht. Das Filmfest auf dem Ostgelände hat sich zu einem Publikumserfolg entwickelt. Wenn die tagsüber eingeklappte Riesenleinwand am Belvedere unter großem Brimborium in die Vertikale kippt, sitzen mehrere tausend Menschen erwartungsfroh auf blauen Klappstühlen. Allein in dieser Woche laufen neben "The perfect storm" noch "braveheart", "The sixth sense", "Mephisto" und "Jenseits von Afrika".

Zu einem Stimmungstöter hat sich allerdings in der jüngsten Vergangenheit das Wetter entwickelt. An manchen Abenden bibbern die Kinogucker bei Temperaturen, die unter die zehn Grad Grenze abtauchen. Für den Abend des heutigen Mittwoch sagen die Meteorologen zwar keinen perfekten Sturm voraus, aber feuchte Kühle liegt schon in der Luft.

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