Welt : Expo 2000: Fann und Fjutscher (Glosse)

Arne Boecker

Die Expo 2000 wird endlich geholfen. Halt! Bevor Sie eine Protestnote verfassen, man könne ja wohl von Kolumnisten verlangen, den Dativ zu beherrschen: So und nicht anders muss der erste Satz heißen, wenn die Nachricht lautet, dass Verona Feldbusch für die Expo wirbt.

Am 24. Juli um 19.59 Uhr wird direkt vor der Tagesschau erstmals einer der Werbespots ausgestrahlt, die der Expo aus dem Minusimage helfen soll. Starring: Das Blubb und der Sir. Bürgerliche Namen: Verona Feldbusch und Peter Ustinov. "Fun und Future" verkörpere das Duo, denglischte einer der Last-Minute-Werber einer Agentur aus Düsseldorf auf einer Pressekonferenz. Dem Kollegen, der eingedenk der Tatsache, dass Veronas Ruhm das Verfallsdatum überschritten hat und Sir Peter nur noch selten als jugendlicher Held besetzt wird, frech nachfragte, wer von den beiden Spotstars denn für die Zukunft stehe, möge der Blitz in den Computer schlagen! Schließlich hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Fann und Fjutscher mit Big-Brother-Sabrina und Guido Westerwelle, zum Beispiel.

Die Expo hat bislang 70 Millionen Mark für Werbung ausgegeben; die neue Kampagne kostet noch einmal dasselbe. Mit im schlingernden Boot sitzen: Wim Wenders als einer der Regisseure und die Harald-Schmidt-Firma "Bonito" als Produzentin der Spots. (Harald Schmidt ist der, der nach 23 Uhr im Kuschelsender Sat 1 gern die Expo veräppelt.) Sie sollen nach Auskunft der Werber zeigen, dass die Weltausstellung nicht nur Sachkundeunterricht abhält, sondern auch als Freizeitpark taugt. Die Hannoversause bekommt endlich ein knackiges Motto verpasst - Blubb!

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