Welt : Expo 2000: Regenschirmwitze

Arne Boecker

Der Monegasse an und für sich kennt so ein Wetter ja gar nicht. In Hannover kann es recht garstig sein, so wie gestern: Böen aus Nordwest jagen Schauer über die Plaza. Dass auf den Zuschauerrängen Regenschirmwitze die Runde machen, hat aber weniger mit dem Wetter zu tun als mit dem Gast: Ernst-August Prinz von Hannover ist zu Monacos Nationentag angereist, nebst Prinzessin Caroline von Hannover und Prinz Rainier III., Fürst von Monaco. Als die Kolonne blaulichtbewehrt anrollt, erörtern zwei Polizisten die Frage, ob die Tatsache, dass der Prinz von Hannover einen Schirm trägt, rein rechtlich ausreicht, um seine Personalien festzustellen.

Die beiden Ordnungshüter greifen dann doch nicht ein, und das ist wohl auch besser so. Birgit Breuel ist es ohnehin schon sichtlich peinlich, dass das Protokoll bis zum Beginn ihrer Rede die rotweiße Fahne Monacos nicht auftreiben konnte. Schon bei der Gala zur Expo-Eröffnung hatte der Fauxpas des Conferenciers für süßsaures Lächeln bei den Beteiligten gesorgt: Erst vergaß er Caroline und Ernst-August zu begrüßen, dann hängte er ihnen die falschen Titel um.

Wenn Hochkaräter wie Ernst-August und Caroline oder das schwedische Königspaar ihre Untertanen beglücken, erscheinen jene in so großer Zahl, dass sie auf den Zufahrtsstraßen für Staus sorgen. So konnten am Mittwoch ein paar Autofahrer behaupten, mit dem schwedischen Monarchen Carl-Gustaf und seiner Silvia Tür an Tür gewartet zu haben, dass es endlich weitergeht da vorne.

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