Welt : Expo 2000: Schweiß und sein Preis

Arne Broecker

Seit Mittwochmorgen, 2.30 Uhr, scheint die Expo ein Problem weniger zu haben: Nach tagelangen Verhandlungen, die von Teilnehmern als "knallhart" bezeichnet werden, einigte sich die IG Medien mit dem Veranstalter De Otter & De Vries über die Arbeitsbedingungen für ein paar freischaffende Künstler auf der Weltausstellung. In dem Poker ging es um 85 Tänzer, die sich über ihren Arbeitsplatz im Themenpark beschwert hatten. Da der sich aber ausgerechnet: "Die Zukunft der Arbeit" schimpft, musste der Knatsch aus der Welt.

Der peinliche Hickhack, der die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zeigt, in dem der Themenpark gelegentlich stecken bleibt, entzündete sich an gleich mehreren Dingen. Der Boden, auf dem sich die Tänzer mehrmals am Tag in Shows darboten, stellte sich als so hart heraus, dass sie ihre Gesundheit gefährdet sahen; außerdem schien ihnen die Bezahlung angesichts der Belastungen nicht angemessen. Als sie warnstreikend durch die Schlagzeilen zu wirbeln begannen, reagierten Expo und Agentur. Weil auch der Expo-Partner vom Deutschen Gewerkschaftsbund dezent Druck machte, konnten die Verhandlungen zu einem glücklichen Ende geführt werden: Die biegsamen Männer und Frauen dürfen ihre Künste jetzt auf einem nachgiebigen Boden vollführen, der ihre Gelenke schont und sie müssen pro Tag nur drei der sechs Ein-Stunden-Shows absolvieren; außerdem erhalten sie einen Zuschlag von zehn Prozent auf die bisherigen Honorare. In der Themenpark-Verwaltung legt man Wert auf die Feststellung, dass die Mehrkosten nicht der Expo zur Last fallen, freut sich aber vor allem darüber, dass die schweißtreibenden Leichtigkeiten jetzt wieder ganztägig gezeigt werden können.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben