Welt : Expo 2000: Teilung in Ost und West

Arne Boecker

Das Gelände der Hannover-Messe, für fünf Monate okkupiert von der Expo, zerfällt in Ost- und Westteil. Die Schnittstelle ist der Messeschnellweg, den wiederum die Exponale überspannt. An beiden Enden der Brücke finden sich Plätze: im Westen der namenlose Raum zwischen "Spanischer Treppe" und Riesenvideowürfel der Telekom, im Osten die Expo-Plaza. Aber während sich der Westen unter Fernsehflimmern zu einem beliebten Treff entwickelt hat, kümmert der Osten ein bisschen vor sich hin.

Das könnte auch mit der Plattenbauweise zu tun haben, auf der die Plaza gründet. Am ehesten fällt die Schlichtesse, die die Fläche im Klammergriff hält, beim Blick aus der Seilbahn auf. Grauer Stein. Nur vor dem deutschen Pavillon verschaffen ein paar Springbrunnen dem Auge Erfrischung - auch wenn sie streng in Reih und Glied angeordnet sind wie ein Regiment. Daneben gibt es ein paar Stufen, die zu einem Baum führen, aber auch hier: grauer Stein.

Die Plaza sollte eigentlich zum Treffpunkt der Völkerscharen werden. Natürlich leidet sie darunter, dass bislang weder Völker noch Scharen die Expo heimgesucht haben, aber man kann sich des Eindrucks auch nicht erwehren, dass das GANZGROSSEKONZEPT gefehlt hat bei der Anlage der Plaza. Zwischen deutschem Pavillon, Preussag-Arena und Bertelsmanns Planet m finden sich ein paar Imbisse und Freiluftcafes, dazu die kastenförmige Bühne, die ihr - unzweifelhaft vorhandenes - Flair ausschließlich nach innen abstrahlt. Die "Spanischen Treppe" im Westen lebt, weil hier gegessen, gedöst und geknutscht wird.

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