Welt : Expo-Recherchereise: Stein auf Stein (Lavaglosse)

Christine Weissenborn

Wie sollte eine Glosse sein? Witzig, logisch, unterhaltsam, ansprechend. Und intelligent natürlich. Über Steine. Steine auf Lanzarote. Fehlt der Anfang, der berühmte. Der Stein ist gemeinhin grau. Oder: Der Stein, der gemeine, ist steinhart. Seinen Durchbruch erlangte der Stein mit der Gründung der Rolling Stones. Nicht ganz themenrelevant. Aber wirklich witzig ist so ein Stein auch nicht. Wirklich witzig ist anders.

Auf Lanzarote also gibt es Steine. Die sind smaragdgrün. Und edel. Halbedelsteine. Findet man einen Olivin, so heisst der Stein, hat man später Glück. Sein Glück, oder den Olivin, kann man auch kaufen. Inselfabrikat. Doch - jetzt kommt der witzige Teil - die grünen, glücksbringenden, käuflich erwerblichen Halbedelsteine stammen gar nicht aus Lanzarote. Sondern aus Brasilien. Und verarbeitet werden sie in Idar-Oberstein. Das ist doch lustig, oder?

Der Teil, der spaßige, ansprechende, unterhaltsame, wäre damit erledigt. Fehlt der intelligente Aspekt. Der Stein der Weisen. Weise Steine auf Lanzarote. Das klappt: Die Insel Lanzarote, winddurchweht und wasserlos, ist vulkanischen Ursprungs. Bedeckt ist dieses Eiland mit Aa - ganz recht, Aa - und Pahuehue. Auf diesen Lavaarten vollzieht sich die wundersame Symbiose von Algen und Pilzen. Irgendwann entsprießen dem weisen Aa-Stein dann Flechten. Sie sind der Anfang einer neuen Vegetation. Nach einem halben Steinzeitalter nämlich verwandeln sich die Flechten in Muttererde. Das ist weise. Und intelligent.

Ohne Stein auch keine Steinglosse. Satt, rund, logisch. So soll es sein mit dem Stein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar