Fachhochschule Frankfurt : "Dolli" haut auf den Putz

Gegenseitige Drohungen, Beschimpfungen, Rangeleien, gesprengte Meetings – an der Fachhochschule Frankfurt/Main regiert der Krawall – Linke werfen Türken Rassismus vor.

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Die politischen Studentengruppen an der Fachhochschule Frankfurt/Main kämpfen im Stil der 68er-Revolte um AStA-Posten und Etat. Ein Linksbündnis, eigentlich bei der letzten Wahl des Studierendenparlaments (Stupa) unterlegen, will eine Neuwahl erzwingen, wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten. Glaubt man ihnen, droht an der Hochschule mit der bei der Stupa-Wahl erfolgreichen „ASV“ (Aktive Studentenvertretung) die Übernahme der Macht durch eine rechte Liste mit Türken, denen die Linken Rassismus vorwerfen. Mitglieder der Liste sollen den türkisch-nationalistischen Grauen Wölfen nahestehen. Ein Treffen des Studierendenparlaments endete im Eklat. Eine kurdische Kommilitonin sei als „PKK-Schlampe“ verunglimpft worden, hieß es, Parlamentariern sei körperliche Gewalt angedroht worden; schließlich musste die Sitzung abgebrochen werden, weil ein Teilnehmer Reizgas versprüht hatte. Sie sei schockiert gewesen über die Aggressivität der ASV-Vertreter, sagt die Bafög-Referentin des AStA, Miriam Meurers, die zum linken Bündnis „Dolli“ (Demokratische Offene Liste) und „Kiss“ (Kulturelle Initiative Studentische Selbstbestimmung) gehört. Von einer Hollywood-reifen Inszenierung spricht dagegen ASV-Vertreter Alexander Malkmus. Die Anfang Dezember bei der Wahl des Studierendenparlaments unterlegenen Linken hätten einen Vorwand gesucht, um Posten und Etats zu retten.

Vor allem die türkischstämmige Sevil Gürbüz von der ASV steht in der Kritik. Sie sympathisiere mit den Grauen Wölfen, sagen die Linken. Die junge attraktive Ingenieurstudentin lächelt, vom Tagesspiegel auf diesen Vorwurf angesprochen. Sie sei keine Rassistin; die ASV sei eine multikulturelle Studentengruppe. Zu den Grauen Wölfen will sie allerdings nicht Stellung beziehen. Aggressiv mischt sich ein Student in das Gespräch ein. Die ASV habe Studierende in die Wahlkabine begleitet, Leute seien unter Druck gesetzt worden, ihre Stimme für die ASV abzugeben, sagt er.

Der AStA residiert mitten auf dem Campus, in einem auffällig roten Haus, über dem Studentencafé „Kurzschluss“. Über dem Eingang flattert eine rote Fahne; das Briefpapier der Studentenvertretung ziert ein roter Stern. Mit dem Versuch, Neuwahlen zu erzwingen, gehe es ihr nicht um Macht und Posten, versichert Bafög-Referentin Meurers. Es gelte, die Unterwanderung der Studierendenvertretung durch eine rassistische Gruppierung zu verhindern, versichert sie. Tatsächlich sind die türkischen Grauen Wölfe in Hessen aktiver als in anderen Bundesländern.

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