Fährkatastrophe : Fünf Tote bei Schiffsunglück vor den Philippinen

Eine Fähre mit fast 1000 Menschen an Bord ist am Sonntag vor den Philippinen in Seenot geraten und gesunken. Etwa 90 Passagiere werden vermisst.

Superferry
Die "Superferry 9" (Archivbild) -Foto: dpa

ManilaEinen Tag nach dem Untergang der Fähre Superferry 9 ist vor den Philippinen eine weitere Überlebende gerettet worden. Die Frau war mit einer Schwimmweste bekleidet, berichteten philippinische Medien am Montag. Die Strömung hatte sie einige Kilometer von der Unglücksstelle weggetrieben. Insgesamt konnten 958 Menschen von der sinkenden Fähre gerettet werden. Neun Menschen kamen ums Leben, einer wurde am Montag noch vermisst.

Die Behörden untersuchten unterdessen, ob ein defekter Generator das Unglück ausgelöst haben könnte oder ob die Fracht nicht richtig vertäut war, verrutschte und das Schiff in Schieflage brachte. Anfangs war davon ausgegangen worden, dass ein Loch im Rumpf für den Untergang verantwortlich ist.

Die Fähre hatte am Sonntagmorgen plötzlich Schlagseite bekommen. Der Kapitän versuchte zunächst, das Schiff zu stabilisieren. Nach zwei Stunden habe er den Passagieren aber befohlen, die Schwimmwesten anzulegen, sagte der für Sicherheit zuständige Chef der Reederei Aboitiz Transport Systems Corp, Jess Supan. Die Reederei schickte zwei große Frachtschiffe und kleinere Boote zur Hilfe.

An Bord der Superferry 9 hätten sich dramatische Szenen abgespielt, berichtete ein Passagier, der von seinem Mobiltelefon aus einen Radiosender in Manila anrief. "Jetzt fühlt es sich so an, als läge das Schiff im 90-Grad-Winkel auf der Seite", sagte Roger Sinsiron. Er wartete zu dem Zeitpunkt mit 50 anderen darauf, von einem der Frachtschiffe aufgenommen zu werden, die die Fährgesellschaft zur Rettung der Passagiere entsandt hatte. Die meisten Passagiere seien in der Nacht durch lautes Getöse aufgeschreckt worden, weil die Ladung im Frachtraum plötzlich verrutschte. Ein Mann und ein Kind ertranken, als sie wie andere Passagiere in Panik ins Wasser sprangen.

Der Kapitän setzte den Notruf kurz vor Tagesanbruch ab. Die Fähre lag zu dem Zeitpunkt vor der Stadt Siocon. Sie war am Samstag in der Stadt General Santos ausgelaufen und auf dem Weg nach Iloilo. Das Schiff sank vier Stunden nach dem Notruf. An der Suche nach Überlebenden beteiligten sich auch die Marine und die amerikanische Luftwaffe.

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. Fähren sind eines der Hauptverkehrsmittel und Unfälle keine Seltenheit. Manche Fähren sind überladen und nicht mehr seetüchtig. Auch treten in der Region häufig Stürme auf. Im Juni vergangenen Jahres sank eine Fähre während des Taifuns Fengshen. Mehr als 800 Menschen kamen ums Leben.

Quelle: ZEIT ONLINE

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben